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Wie bekommt man einen Affen in ein ca. 20 cm dickes Rohr hineingesteckt? Die Kraft von wie viel Personen ist notwendig, einen sich verzweifelt wehrenden Affen auf einem Fixierbrett festzuschnallen? Schafft es ein Affe, der in reizarmer Einzelhaltung gefangengehalten wird, sich mehr als 15 mal pro viertel Minute um die eigene Achse zu drehen, in dem hoffnungslosen Versuch, der Eintönigkeit durch stereotype Verhaltensweisen zu entkommen?
Mit solchen Fragen beschäftigt sich seit dem 17.05.2005 das amerikanische Agrarministerium in Washington, das dort für den Tierschutz zuständig ist. Grundlage ist ein 273 Seiten umfassendes Dokument, das von einer Ermittlerin der Tierrechtsorganisation PeTA e.V. zwischen dem 26.04.2004 und 11.03.2005 angelegt wurde. In dieser Zeit arbeitete die Ermittlerin verdeckt als sogenannte Tierpflegerin für Primaten in Covance´ Labor in Virginia, USA. Das Ergebnis ist eine umfangreiche Dokumentation grausamer Behandlungen von Affen sowie eine aus führliche Anzeige wegen Verstoßes gegen das amerikanische Tierschutzgesetz. Viele der Vorwürfe werden durch aussagekräftige Videoaufnahmen belegt.
Diese Recherche ist bereits die dritte verdeckt geführte Recherche in den letzten 12 Jahren in einem Covance Labor. Dabei sind jedes Mal ähnliche Zustände vorgefunden worden. In Münster betreibt Covance eines der größten europäischen Primatenlabors, in denen Affenversuche durchgeführt werden. Mehr als 1000 Affen sterben hier jedes Jahr. Nachdem 2003 Filmaufnahmen, die heimlich in dem Münsteraner Labor gemacht werden konnten, veröffentlicht worden waren, trat Covance eine Prozesswelle gegen Vereine wie die tierbefreier e.V. los, um mit aller Macht zu verhindern, dass diese Aufnahmen verbreitet werden dürfen. Zum Teil dauern diese Rechtsstreitigkeiten mit entsprechend hohen Prozesskosten nach wie vor an.
Fakt ist: Tierversuche bedeuten immer Gewalt, egal, ob sie in einem englischen, einem amerikanischen oder einem deutschen Labor stattfinden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.tierversuche-abschaffen.de www.covancegrausam.de und www.covancecruelty.com
PeTA Europe, The Covance Campaign sowie weitere Einzelpersonen haben in England eine gerichtliche Verfügung bekommen, dass das neue verdeckt gefilmte Bildmaterial aus einem amerikanischen Covance Labor nicht verbreitet werden darf (umzusetzen innerhalb der nächsten 24 Stunden). Zudem müssen dem Gericht alle Namen genannt werden, an die das Videomaterial bereits geschickt wurde. Diese Vorgehensweise von Covance ist bekannt: Es soll unter allen Umständen verhindert werden, dass Alltagsbilder aus ihren Laboren in die Öffentlichkeit gelangen. Die Gewalt gegen Tiere soll nur hinter verschlossenen Mauern stattfinden.
Chronologie der Veröffentlichung und Reaktionen:
Am 17.05. veröffentlichte PeTA e.V. die Videoaufnahmen weltweit und erstatteten Anzeige beim US Agrarministerium (zuständig für den Tierschutz). Nach einer Pressekonferenz in Washington griff CNN die Geschichte auf. Zeitgleich führten die tierbefreier e.V. im Rahmen einer Demonstration das Videomaterial per Videobeamer in der Münsteraner Innenstadt vor.
Am 18.05. gab es in England eine Demonstration vor den Toren von Covance in Harrogate. Ein Demonstrant, der sich zum Blockieren auf die Straße gelegt hatte, wurde verhaftet und über Nacht in Polizeigewahrsam festgehalten.
In Münster gab es am Nachmittag des selben Tages eine Spontandemonstration vor dem Labor. Die Straße wurde ca. eine Dreiviertelstunde lang blockiert. Covance schloss ihre Tore und die Covance Mitarbeiter, die bereits Feierabend hatten, konnten das Gelände in der Zeit nicht verlassen. Die Polizei erteilte Platzverweise.
Am 19.05. werden vom High Court in Leeds, UK, einstweilige Verfügungen erlassen, die das Veröffentlichen der Aufnahmen unterbinden sollen (siehe oben). In Deutschland werden Schutzschriften bei drei Landgerichten hinterlegt, die die Begründetheit der Zulässigkeit der Veröffentlichung der Aufnahmen darlegt.
Zwischen den Dokumentationen in den USA und in Münster gibt es direkte Parallelen.
- Es handelt sich um dasselbe Unternehmen.
- Die Arbeitsmethoden und -prozeduren wie mit den Tieren (offiziell) umgegangen wird, sind in Virginia und in Münster dieselben, da die Konzernvorgaben von der Konzernleitung ausgehen. Daher sind die Bilder aus Virginia und aus Münster auch sehr ähnlich.
- Bei der Schulung der Mitarbeiter in Virgina wird auch das Videomaterial aus Münster gezeigt. Es wird so kommentiert, dass nur diejenigen, die sich mit der Handhabung von Primaten nicht auskennen, behaupten können, dass auf den aufnahmen aus Münster etwas Schlimmes oder Falsches zu sehen sei.
Übersetztes Zitat aus dem PeTA schreiben an das US Agrarministerium: „Als unsere Ermittlerin bei Covance’s Vienna, Virginia Einrichtung geschult wurde, wurden ihr und den anderen neuen Tierbetreuern die Videoaufnahmen aus der Ermittlung von British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) in Covance’s deutschem Labor in Münster vorgespielt. Der Schulungsleiter sagte der Gruppe der neuen Mitarbeiter, dass nur diejenigen, die nicht mit nichtmenschlichen Primaten arbeiteten, meinten, es wäre an den Handlungen, die in den Undercover-Aufnahmen aus Deutschland zu sehen sind, irgendwas nicht in Ordnung.“
Es ist also ein direkter Bezug zu Covance Münster gegeben.
Die nächste internationale Demonstration gegen Covance findet am 09.07. in Münster statt.
Zeitgleich mit der PeTa Pressekonferenz in Washington und der weltweiten Veröffentlichung des neuen Undercover Bildmaterials aus dem Covance Labor in Vienna, Virginia, USA, präsentierten die tierbefreier e.V. das Videomaterial per Videobeamer in der Münsteraner Innenstadt. Ca. 15 DemonstrantInnen beteiligten sich an der dafür angemeldeten Demonstration.
Kurz nach 17 Uhr - eigentlich sollte die Präsentation um 17 Uhr starten - erschien denn auch Rainer R., Pförtner und oberster Schrankenwächter von Covance im Kesselfeld. Offensichtlich sollt er dort auch mal eine Art Undercover Beobachtung durchführen, was aber misslang. Die Damen und Herren der oberen Posten trauen sich wohl nicht selber auf die Straße. Als dann Fotos von ihm gemacht wurden (unten rechtes Bild / links im Bild), zog er es vor, sich von dannen zu machen. Das Zeigen des Videos verpasst er so allerdings, denn der Transporter mit dem Beamer, der Leinwand, der Anlage und dem Generator traf erst um 20 nach fünf ein.
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Das Video wurde dann bis ca. halb acht in mehreren Durchgängen gezeigt. Flugblätter über Covance und das neue Videomaterial wurden verteilt und an einem Informationsstand gab es noch viel weiteres Material zum Thema Tierversuche.