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Einblicke - Alltägliches aus der "Versuchstier"industrie:

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- Interview: Undercover bei Harlan in Holland lesen

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SHAC: Hundeversuche bei HLS lesen

Der Handel mit "Versuchstieren"
Wildfänge, qualvolle Transporte, grausame Zuchtmethoden lesen

Affenversuche:
Der weltweite Primatenhandel lesen

Covance: Informationen über das Covance-Labor in Münster lesen

Covance USA:
Undercover-Aufnahmen aus einem amerikanischen Primatenlabor lesen


Tierversuche
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Der globale Primatenhandel

Alleine in Deutschland werden jährlich knapp 2000 Primaten für Tierversuche gequält und umgebracht. Die Zahl der Affen, die im Jahr 2003 in Deutschland in Versuchen getötet wurden, stieg deutlich von 384 auf 1767 Individuen an. Deutschland ist zusammen mit England, Frankreich und Italien eines der Länder, die in der EU die meisten Primaten in Versuchen umbringen. Die Labore in Deutschland sind bis jetzt vollständig abhängig von Einfuhren aus den Ursprungsländern der Primaten, bzw. aus Ländern, die wie die USA, schon lange Tiere für die Forschung züchten.

Hauptexporteur: Mauritius

Einer der Hauptexporteuere von Primaten, welche für die Tierversuchsindustrie immer bedeutender werden, ist die Insel Mauritius. Die drei dort ansässigen Zuchtstationen
Bioculture, Noveprim und Bioda exportieren jährlich mehrere tausend Affen, damit sie u.a. in europäischen Laboren im Namen der Tierversuchsindustrie ermordet werden können. Derzeitiges Hauptziel der Aktion zur Abschaffung des Primatenhandels (AAP) ist es, die Primatenzuchten auf Mauritius zu schließen, da die europäische Tierversuchsindustrie auf die aus Mauritius exportierten Primaten angewiesen ist.

Die kleine Insel Mauritius dürfte den meisten wohl ausschließlich als Urlaubsparadies im Indischen Ozean bekannt sein. Himmelblaues Meer, weiße Strände und Palmen... Vom Entwicklungsland schaffte es Mauritius innerhalb kürzester Zeit zu einem so genannten Schwellenland mit einer relativ stabilen Wirtschaft, die auf drei Haupteinnahmequellen aufgebaut ist: Dem Tourismus sowie dem Export von Rohrzucker und Textilien - in erster Linie nach Europa. Der Staat besteht aus zwei Inseln, Mauritius selber und Rodrigues. Beide zusammen haben eine Einwohnerzahl von 1,2 Millionen und eine Fläche von gerademal 2040km².
Mittlerweile existieren auf Mauritius drei Firmen, die mit Primaten handeln (s. u.). Es gibt sehr enge Verstrickungen von allen drei Firmen zum Tourismus. Zudem gehören alle drei Farmen Zuckerfirmen oder betreiben ihre Farmen und die Wildfänge auf dem Gelände der Zuckerfirmen.
Für die weltweite Forschung sind besonders die Javaneraffen von Mauritius schnell sehr interessant. In anderen Ländern erschwerten Gesetzesänderungen die Beschaffung oder durch die Wildfänge war der natürliche Bestand sehr stark reduziert worden. Außerdem ist Mauritius das einzige Land, in dem die Händler die Garantie geben können, dass die Affen Herpes-B-negativ sind, da dieser Virus auf der Insel angeblich nicht vorkommt.
Auf Mauritius finden nach wie vor Wildfänge statt. Sie sind offiziell aber nur in der Zeit von Dezember bis März erlaubt. Die Tiere werden mit angeschnittenem Zuckerrohr in die Fallen gelockt, brutal aus ihren sozialen Verbänden gerissen und auf die riesigen Zuchtfarmen gebracht. Da internationale Bestimmungen verbieten, dass in freier Wildbahn gefangene Tiere direkt exportiert werden dürfen, werden diese Tiere gefangen um auf den Farmen als Zuchttiere eingesetzt zu werden. Die Jungtiere gelten dann als "in Gefangenschaft geboren" und dürfen exportiert werden. Die Regierung von Mauritius profitiert direkt vom Affenhandel - für jeden exportierten Affen fließen 50 US-Dollar in einen "Government of Mauritius Conservation Fund".

Bioculture Ltd

Mitte der 80er Jahre zog der australische Zoologe Owen Lee Griffiths nach Mauritius und gründete dort mit Mary-Ann Stanley die Firma Bioculture Ltd, die erste kommerzielle Affenzucht auf Mauritius. Über die Jahre entstanden mehrere Niederlassungen und Bioculture wuchs zu einer Firma mit insgesamt 4.000 Zuchttieren. So können von Bioculture jedes Jahr über 3.000 Jungtiere an Labore in der ganzen Welt verschickt werden. Erst am 29. November 2004 wurde von Bioculture eine weitere Farm mit 900 Zuchttieren auf dem Gelände der Zuckerplantage Bel Air SE eröffnet. Bioculture vertreibt in Amerika einen Großteil der Tiere über den Tierversuchsgiganten Charles River, liefert aber auch direkt an Labore in der ganzen Welt - u. a. an Huntingdon Life Sciences in England oder das Covance-Labor in Münster.
Das größte Hobby von Griffiths sind Meeresschildkröten und Krokodile. Er ist auch der Gründer und Geschäftsführer vom 'La Vanille Crocodile Parc' im Süden von Mauritius. Dieser Park ist bei den zahlreichen Touristen eine angesagte Attraktion und lässt sich auch als Tipp in vielen Reiseführern finden. Der Park handelt weltweit mit Schildkröten und Krokodilen und bietet in einem eigenen Restaurant Krokodilfleisch an. An der gleichen Adresse wie Bioculture befindet sich auch die Firma ESCARGOT EXPORT FOOD LTD, die mit Schnecken handelt. Griffiths ist außerdem der Schatzmeister der 'Mauritius Marine Conservation Society', einem mauritischen Artenschutzverein.
Bioculture (Mauritius) Ltd. Address: Senneville, Riviere de Anguilles, Mauritius, Tel.: 230-626-2843, Fax: 230-626-2844

Noveprim Ltd

Da es sich beim Primatenhandel um ein sehr lukratives Geschäft handelt, gründete sich nur wenige Jahre später eine zweite Firma, um im großen Stil Primaten für Versuchszwecke zu züchten. Im Jahr 1991 erteilte das Landwirtschaftsministerium der Firma 'Centre de recherches primatologiques' (CRP) die Lizenz, Primaten exportieren zu dürfen. Die erste Farm von CRP und bis heute der Firmensitz ist das Gelände der Zuckerplantage von Ferney SE, das recht abgelegen in einem waldigen Tal im Osten der Insel liegt.
Inhaber ist einer der größten Zuckerproduzenten auf Mauritius, die Firma Deep River Beauchamps (DRBC), denen auch die Plantage und die Raffinerie von Ferney gehört. DRBC stellt ein 12.000 Hektar großes Gelände für die Wildfänge der Affen zur Verfügung.
Insgesamt arbeiten über 70 Angestellte auf den Affenfarmen. Jedes Jahr werden fast 1.000 Tiere gefangen. In 150 Volieren werden knapp 8.000 Affen gefangen gehalten, ca. 4.000 werden jedes Jahr exportiert.
DRBC selbst gehört wiederum zu 100% der größten Investmentgruppe der Insel, der Consolidated Investments & Enterprises Ltd. (CIEL), zu der auch die größten Textilhersteller, Zuckerhersteller sowie Hotels und Anteile der größten Hotelketten gehören. CIEL ist eine der größten Firmen auf der Insel und gehört fast komplett zwei reichen mauritischen Familien.
Am 15. März 2004 beschloss die CIEL-Geschäftsleitung eine 'taktische Partnerschaft' mit dem bis dahin wohl größten Kunden vom 'Centre de recherches primatologiques' (CRP) einzugehen und verkaufte für 18,7 Millionen US-Dollar 43% der Aktien an den amerikanischen Covance-Konzern. CRP wurde in Noveprim Ltd. umbenannt. Zeitgleich wurde auch die Noveprim Europe Ltd gegründet mit dem Ziel, eine Zwischenstation in Europa aufzubauen. Noveprim arbeitet in erster Linie über einen Zwischenhändler in Frankreich: Dr. Michel de Claviere. Claviere reist von Land zu Land, besucht Labore, schließt die Verträge ab und besucht im Namen von Noveprim internationale Kongresse der Tierversuchsindustrie. Noveprim liefert in erster Linie nach Europa. Die größten deutschen Abnehmer sind Covance in Münster und das Paul-Ehrlich-Institut in Langen.

Noveprim Ltd Le Vallon. Ferney Mahebourg, Mauritius
Tel.: 00 230 251 1022, Fax: 00 230 6345

Michel de Claviere, 25, rue du Mont d'Or, 69450 Saint Cyr au Mont d'Or, Frankreich
Tel.: 0033/ 4 72 19 46 26, claviere@aol.com

Biodia Ltd

Im Februar 2004 erteilte das Landwirtschaftsministerium der neugegründeten Firma Biodia Ltd eine Lizenz zum Export von Primaten. Wie auch schon bei Noveprim und Bioculture gibt es auch hier sehr enge Verbindungen zu der Tourismus- und Zuckerindustrie. Biodia gehört wieder einem großen Zuckerproduzenten, der Medine SE. Medine investierte über die Jahre in unzählige andere Bereiche und in ihrem Besitz befindet sich zum Beispiel eine Reh-Zucht mit über 100.000 Tieren, der Freizeit- und Tierpark in Casela, außerdem gehört ihnen einer der größten Reiseanbieter auf Mauritius, die Concorde Travel & Tours. Bis zum heutigen Datum wurden von Biodia erst sehr wenige Tiere exportiert.
The Medine SE Co Ltd, Bambous, Riviere Noire, Mauritius
Tel.: 00 230 4520100

Zuchten in Europa

Die mauritische Firma Noveprim Ltd bemüht sich seit Jahren in Europa eine Affenfarm aufzubauen. Bestrebungen dies in Südfrankreich durchzuführen, scheiterten. Noveprim versuchte es deshalb erneut im Norden von Spanien. Nachdem auch dies erfolglos blieb, wurde in der Nähe von Barcelona ohne die notwendige Genehmigung einfach eine Affenfarm für mehrere tausend Tiere aufgebaut. 298 aus Mauritius importierte Tiere wurden am Flughafen von Madrid beschlagnahmt, da keine Einfuhrgenehmigung vorlag. Nach einem monatelangen Hin- und Her wurde entschieden, dass diese Tiere an Labore in Italien und das Covance-Labor in Münster weitertransportiert werden dürfen. Eine Genehmigung, um die Farm in der Nähe von Barcelona zu betreiben, wurde jedoch nicht erlassen. Das Gericht ließ die Farm schließen. Auch in der nächsten Instanz wurde der Beschluss bestätigt und ein Antrag auf Schadensersatz in Höhe von 20 Millionen Euro wurde vom Gericht abgewiesen.

Am 5. April 2004 weihte das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen ihre neuen Außengehege ein, die für 11 Millionen Euro in einer zweijährigen Bauphase entstanden sind. Wenn die Sanierung des alten Tierhauses im Jahr 2007 abgeschlossen ist, will das DPZ auch in der Lage sein, Makaken zu züchten und diese Forschungslaboren in Deutschland zur Verfügung zu stellen. Dies wird dann die einzige kommerzielle Zucht in Deutschland sein.

Es geht auch anders

In den 50er Jahren war Indien eines der hauptexportierenden Länder für Primaten in der Welt. Mehr als 100.000 Affen wurden pro Jahr in Freiheit gefangen oder auf Farmen gezüchtet und an Labore in Amerika und Europa verschickt. Nach Protesten von der IPPL (International Primate Protection League) und dem Veröffentlichen von Bildern von grausamen Strahlenversuchen in amerikanischen Laboren, entschied die indische Regierung im Jahr 1979 kurzerhand den Export von Affen komplett zu verbieten. Es folgten die Länder Bangladesch und Malaysia.

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