Vom Paradies in die Hölle - Stoppt den Handel mit Primaten
Neue globale Kampagne gegen die die Tierversuchsindustrie
Ein neu geschaffenes weltweites Netz von Tierrechtsgruppen will die Tierversuchsindustrie an einem ihrer Schwachpunkte angreifen und sie vom Nachschub mit Primaten abschneiden. Die Allied Primate Campaigns (Alliierten Primaten Kampagnen) verbinden alle größeren bisherigen Kampagnen gegen Versuchlabore und "Versuchtier"zuchten. Bisher beteiligen sich AktivistInnen aus zwölf Ländern an diesem Projekt, das in Deutschland unter dem Namen Aktion zur Abschaffung des Primatenhandels (AAP) angelaufen ist. Das erste Ziel der Kampagne ist der Exportstopp von Primaten aus dem Land Mauritius, das als Hauptlieferant für europäische Tierversuchlabore gilt. Proteste konzentrieren sich auf die Botschaften und Konsulate Mauritius' und den Mauritius-Reiseanbieter Thomas Cook. Durch einen Tourismus-Boykott soll Mauritius gezwungen werden, die Ausfuhrlizenzen für den Affenhandel zurückzuziehen.
Von 'Versuchsmodellen' und dem Terror gegen Tiere
Sie haben uns angelogen: die Forschung und ihre Lobbyinstitutionen, die Regierungen dieser Welt. Nicht, dass wir es nicht gewusst hätten, aber jetzt haben wir es in schriftlicher Form. Entgegen allen Beteuerungen und Versprechen der Vergangenheit, Tierversuche - und speziell Versuche an Primaten - würden auf ein Minimum reduziert werden, ist genau das Gegenteil eingetroffen. Die Versuchstierzahlen sind in den vergangenen Jahren wieder gestiegen (s. Tierschutzbericht der Bundesregierung [1]) und ein erhöhter Bedarf, v.a. an Primaten, wird - unter der Hand - zugegeben.
In einem Bericht des Deutschen Primaten Zentrums in Göttingen (DPZ) [2] bemerkt dieses: "Einrichtungen, die Forschung über die Parasitologie, zur Pathogenese und Impfstoffentwicklung gegen Infektionskrankheiten des Menschen, zur Gentherapie, aber auch über die Transplantationsimmunologie betreiben, werden in zunehmenden Maße auf Primatenmodelle angewiesen sein, ebenso wie die präklinische Evaluation neuer Wirkstoffe für die Humanmedizin und bestimmte behördliche Prüfungen von Wirk- und Impfstoffe", denn - so habe man jetzt erkannt (!) - bei anderen Spezies, die als "Studienobjekte" missbraucht wurden, sei man "in Bezug auf die Aussagefähigkeit für die Physiologie des Menschen an ihre Grenzen gestoßen". (3)
Für uns als TierrechtlerInnen und TierbefreierInnen ist es freilich unerheblich, welche Tierart von einem/r VivisektorIn gefoltert und ermordet wird, ob ein Affe oder eine Ratte; sie alle haben einen Wert an sich, für sie alle sind Versuche an ihrem Körper mehr als nur die Zerstörung dieses - es ist die Zerstörung dessen, für das die Ideengeschichte bis heute keinen umfassenderen Begriff gefunden hat als den der "Seele"; es ist ein nicht auszuhaltender Angriff auf das Wesen, auf das Individuum, auf seine Gefühle, sein Leben, seine Existenz, sein Ich. Aber mit den Anstieg an Versuchen an Primaten hat die Tierversuchsindustrie eine ihrer vielen Lügen aufgedeckt, zeigt sie, dass sie nie willens und bemüht war, Tierversuche zu reduzieren oder gar abzuschaffen. Tiere waren und sind für die Tierversuchsindustrie nichts als Waren, "Modelle", wie sie selbst sagen oder "Exemplare", deren Freiheit und Leben sie illegitim raubt.
TierexperimentatorInnen versetzen Tiere in ständige Angst und Schrecken und in einen Zustand der Bedrohung, sie zeigen ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Tieren und unterdrücken diese. Für dieses Verhalten gibt es einen Namen: Terror! [4] Und dementsprechend gehören TierexperimentatorInnen zu den gefährlichsten GewalttäterInnen unserer Gesellschaft. Sie sind WiederholungstäterInnen, planen und führen ihre Gewalttaten in organisierten Banden und in abgeschotteten Zirkeln aus, fügen ihren Opfern bewusst Schaden zu und haben oftmals Spaß an den Qualen ihrer Opfer oder sind gefühlsarm, und das Leiden ihrer Opfer lässt sie völlig unberührt oder sie nehmen dieses in Kauf, um ihre Interessen gewaltsam durchzusetzen; sie entwickeln keinerlei Unrechtsbewusstsein gegenüber ihren Verbrechen an den tierlichen Individuen und ihre Sozialprognose ist derart, dass sie sich aufgrund ihrer Unfähigkeit, Recht von Unrecht zu unterscheiden und aufgrund des Umstandes, dass sie ihre eigenen Interessen mit absoluter Härte und Skrupellosigkeit verfolgen, die bis zur Irreführung der Öffentlichkeit und der Verschleierung ihrer Verbrechen führt, eine Gefahr für den Frieden in der Gesellschaft darstellen. Das Netzwerk ihrer geplanten Gewalttaten reicht bis in die Politik und von dort als auch aus Bereichen benachbarter Wirtschaftszweige und von Privatpersonen erhalten sie Finanzmittel als auch die notwendige Infrastruktur.
Während alle politischen Systeme dieser Welt diese Form des Terrors, die systematische und organisierte Gewalt gegen Tiere, finanziell unterstützen oder gar selbst veranlassen, hat die globale Tierrechtsbewegung in den vergangenen Jahrzehnten unaufhörlich gegen die Ausbeutung der Tiere zu Versuchszwecken gekämpft. Nachdem v.a. in England erste Erfolge durch gut geplante Kampagnen gegen Tierversuchslabore und Versuchstierzuchten erzielt werden konnten, wurde die Tierrechtsbewegung dort wie in den USA mehr als andernorts üblich "nur" kriminalisiert; sie wurde zur größten terroristischen Bedrohung dieser Länder erklärt.
Das Ziel der Tierversuchsforschung ist letztendlich Profit, Geld zu machen. Um sie herum hat sich eine ganze Industrie aufgebaut: die Tierversuchsindustrie. Diese erhofft durch neue Marktstrategien - wie die Biotechnologie - neue Geldquellen zu erschließen. Die Anti-Tierversuchskampagnen in den einzelnen Ländern stehen diesem Ziel freilich im Wege.
Die organisierte Gewalt gegen Tiere hat eine Schwachstelle.
Warum eine Kampagne gegen den Primatenhandel?
Die TierexperimentatorInnen haben uns eine ihrer Schwachstellen aufgezeigt, sie haben der globalen Tierrechtsbewegung ungewollt mitgeteilt, wie sie die Tiere vor dem größten sich vorzustellenden Alptraum, dem Experiment an ihren Körpern, retten kann: indem sie nicht nur gegen einzelne Labore, einzelne Tierversuchsunternehmen oder Versuchstierzuchten protestiert wie in der Vergangenheit, sondern gegen einen ganzen Bereich der Tierversuchsforschung - den Primatenhandel.
Wie oben beschrieben, steigt die globale Nachfrage an Primaten zu Versuchszwecken. Verfügt die Tierversuchsindustrie nicht über genügend Primaten, muss sie ganze Forschungsvorhaben einstellen - wenn sie nicht der Öffentlichkeit erneut den Unsinn erzählen möchte, die aus einem Experiment an einer Maus oder Ratte erzielten Ergebnisse ließen sich unproblematisch auf den Menschen übertragen und letztlich doch wieder auf andere Tierarten als Primaten zurückgreift.
Die Tierversuchsindustrie in Europa ist jedoch angewiesen auf den Import von Primaten, um über "genügend" Primaten zu verfügen (s. Bericht zum Primatenhandel in diesem Heft). Bei einer Anhörung im britischen Parlament zur Zukunft der biomedizinischen Forschung in UK wurde geäußert, dass eines der schlimmsten Dinge, die der Forschung - und damit der Tierversuchsindustrie - dort passieren könne, sei, wenn der Import von Primaten durch die Tierrechtsbewegung erschwert oder gar verhindert würde. Und das DPZ alarmiert: "Swiss Air, Air France, KLM, Sabena und American Airlines haben bereits die Beförderung drastisch eingeschränkt bzw. mit erheblichen Auflagen verbunden. Einer der Gründe dafür ist die Bedrohung durch militante Tierschützer" [5].
Okay, dies ist dann genau das, was wir zu tun haben: den Import von Primaten nach Europa zu stoppen, um damit der Tierversuchsindustrie generell Probleme zu bereiten mit dem Ziel, dass letztendlich Tierversuche eingestellt und die tiermissbrauchsfreie Forschung gefördert wird. Entgegen den immer wiedergekäuten Lügen der Tierversuchsindustrie, die Tierrechtsbewegung wolle der biomedizinischen Forschung Schaden zufügen, geben wir hier folgende Stellungnahme ab: Wir halten die biomedizinische Forschung für sinnvoll und wichtig, weisen aber auf einen ethischen Grundsatz hin, der eigentlich jeder Mensch in seiner Erziehung mitbekommen haben sollte: Zur Erreichung seiner eigenen Ziele darf man nicht einen anderen als Mittel gegen dessen Willen benutzen; erst recht nicht darf man einem anderen psychische oder körperliche Schäden zufügen oder ihn gar umbringen. Und diese Anderen sind auch tierliche Individuen. Gewalt ist nur als Notwehr zur Abwehr großen Übels sittlich erlaubt - auf keinen Fall ist Gewalt gegen Tiere eine Forschungsmethode; sie ist tiefgreifendes Unrecht.
Anfang des Jahres wurde in England die "Gateway to Hell Kampagne" (http://www.gatewaytohell.net/) gestartet. Ihr Ziel ist, den kompletten Import von Tieren zu Versuchszwecken auf die britische Insel zu stoppen. Aufgrund ihrer geographischen Lage (alle Tiere müssen entweder eingeflogen werden oder aber per Schiff auf die Insel gebracht werden) ist dieses Ziel dort möglich; für das Festland Europa aber unrealistisch. Eine globale Kampagnengruppe erarbeitete darum ein Konzept, um wenigstens den Import von Primaten nach Europa zu stoppen, denn dieser muss über den Luftweg erfolgen. Es ist folglich eine rein taktische Überlegung, sich auf Primaten zu beschränken, in keiner Weise soll damit ausgedrückt werden, dass unsere Forderung, die Ausbeutung von Tieren zu beenden, sich auf Primaten beschränke.
Der Zusammenschluss der bestehenden Initiativen gegen Tierversuche und gegen den Handel mit sog. Versuchstieren.
Stehen wir an einem Wendepunkt?
Man muss immer vorsichtig sein, von Wendepunkten in gesellschaftlichen Prozessen zu sprechen, aber die Vorbereitungsgruppe der Kampagne gegen den Primatenhandel, an der sich VertreterInnen der Tierrechtsbewegung mehrerer europäischer Staaten beteiligten, sind sich sicher, dass wir an einem Punkt angelangt sind, den man durchaus als einen Entscheidungskampf bezeichnen kann. Die SHAC-Kampagne weltweit, die Kampagne gegen Covance in der BRD, UK und den USA, die Kampagne gegen das Biomedical Primate Research Center in Holland, die Kampagne gegen Hartelust in Holland, die SPEAK-Kampagne in England, die Kampagne gegen den Knochenbrecher von Beaglesbeinen in Kroatien, die Proteste gegen das Centre de Primatologie in Frankreich und die vielen vielen Einzelaktionen und Projekte außerhalb der Kampagnen gegen die Tierversuchsindustrie weltweit, von Tierschutzvereinen, Tierrechtsgruppen, TierbefreierInnen und Einzelpersonen haben gezeigt, dass wir dem Terror gegen Tiere in den Versuchslaboren ein Ende bereiten können. Wir haben die Gewalttaten der Tierversuchsindustrie, die verlogene, hässliche Tarnkappe "Forschung zum Wohle des Menschen" enttarnt, die Wahrheit aus dem Innern der Labore an die Öffentlichkeit gebracht, wir haben die Gewalttäter und ihre Komplizen benannt, wir haben die Tierversuchsindustrie und ihre GeschäftspartnerInnen unter Druck gesetzt - und sie sind in Aufruhr. So sehr sehen sie ihre Profite gefährdet, dass sie zum härtesten Mittel griffen, zu dem sie greifen können: Sie haben der Tierrechtsbewegung in den USA und in England ihre politischen Grundrechte genommen, ihre Demonstrationen als terroristische Akte bezeichnet und sie als Terroristen vor Gericht gestellt (siehe hierzu Bericht in der nächsten Ausgabe). All diese Maßnahmen jedoch, die von totalitären Staaten hinlängst bekannt sind, haben schon in der Vergangenheit nicht sich ethisch aufdrängende, notwendige, gegen massives Unrecht ankämpfende und nach gesellschaftlicher Emanzipation strebende soziale Revolutionen aufhalten können; und sie werden auch die Befreiung der Tiere nicht aufhalten. Die Tierrechtsbewegung/Tierbefreiungsbewegung rückt nur noch mehr zusammen.
Die bestehenden Kampagnen und Projekte in der globalen Tierrechtsbewegung werden mit der neuen Kampagne nicht aufgelöst, noch glauben wir, dass sie durch das neue Projekt geschwächt werden; im Gegenteil: Die neue globale Kampagne gegen den Primatenhandel vereint alle bestehenden Kampagnen und Initiativen gegen die Tierversuchsindustrie zu den Allied Primate Campaigns und macht sie nur noch stärker. Ja, wir könnten an einem Wendepunkt angelangt sein.
In Deutschland wird die Kampagne unter folgendem Namen laufen:
A.A.P. Aktion zur Abschaffung des Primatenhandels - Teil der globalen Kampagne Allied Primate Campaigns (http://www.alliedprimates.com/).
Wer ist die Kampagne Allied Primate Campaigns bzw. A.A.P.?
Wie funktioniert die Kampagne?
Genau genommen bist du die Kampagne. Die Kampagne gegen den Primatenhandel Allied Primate Campaigns ist ein loser Zusammenschluss, ein Netzwerk verschiedenster Gruppen und Einzelpersonen aus verschiedenen Ländern. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich TierrechtsaktivistInnen und Tierrechtsgruppen aus 12 Ländern bereit erklärt, sich an der neuen globalen Kampagne zu beteiligen. Als Informationsquelle dient eine zentrale Website: http://www.alliedprimates.com/ und die jeweiligen länderspezifischen Websites, die mit dieser verlinkt sind, für die BRD: http://www.primatenkampagne.net/.
In den Ländern wird jeweils eigenes Informationsmaterial erstellt und allen Interessierten zur Verfügung gestellt. Es steht aber jeder Gruppe frei, ihr eigenes Material anzufertigen. Es werden global bestimmte Strategien vorgeschlagen und Ziele (also Adressaten des Protests der Kampagne) ausgerufen und diesbezüglich auf den Websites Informationen bereit gestellt, es ist jedoch Sache der einzelnen Länder bzw. einzelnen Gruppen/Kampagnen, sich an die Vorgaben zu halten oder eigene Wege zu gehen (wobei das gemeinsame Vorgehen taktisch empfehlenswert ist).
Wichtig ist nur, dass ihr überhaupt was macht. Verlinkt eure gruppeninterne Website mit der Kampagnenwebsite. Teilt eure Initiativen mit, damit über diese auf der Website berichtet werden kann. Egal ob ihr Protestbriefe oder Petitionen einreicht, eine Mahnwache abhaltet, Flugblätter verteilt, Infostände oder Kundgebungen veranstaltet, Demonstrationen organisiert, Gespräche führt, spektakuläre Aktionen durchführt oder auf anderem Wege aktiv seid - bitte seid aktiv. Kampagnen sind nicht erfolgreich, wenn ihr nicht erfolgreich seid. Welche Aktionen zum Erfolg führen, kann nicht vorausgesagt werden. Aber mit Sicherheit kann gesagt werden, dass Passivität, das Unterlassen von Aktionen nicht zum Erfolg führt. Unsere Bewegung darf auf keinen Fall in eine Art Zuschauermentalität verfallen, zu einer Bewegung, in der sich die Mehrheit ihrer Mitglieder darauf beschränkt, im Internet zu surfen und auf den Websites Berichte über Aktionen der anderen durchzulesen. Mach', dass deine Aktion auf der Website zu lesen ist. Mach' die Kampagne zu deiner Kampagne. Entwickle eigene Ideen. In der Tierrechtsbewegung bewegt sich nichts ohne dich (auf der Website findest du Anregungen, wie du aktiv werden kannst, wenn dir eigene Ideen im Moment fehlen).
Von der Sklaverei, über den 'Kulihandel' zum Primatenhandel
Mauritius liefert Primaten an europäische Tierversuchslabore und wird damit zum ersten Ziel der neuen Kampagne
Das erste Ziel der Kampagne wird sein, den Export von Primaten aus Mauritius zu stoppen. Auf der Insel Mauritius gibt es drei Primatenzentren: Bioculture - Noveprim - Bioda (s. Bericht zum Primatenhandel in diesem Heft).
Mauritius gehört damit zu einem wichtigen Handelspartner der internationalen Tierversuchsindustrie. Diese Primatenzentren müssen geschlossen werden. Die Insel Mauritius, die in der Geschichte beständig von Europäern besetzt und seine Einwohner unterdrückt wurden, 1833 die Sklaverei abschaffte und später auch die neue Form der menschlichen Sklaverei, den sog. Kulihandel, sollte die Tierausbeuterunternehmen Bioculture Ltd., Noveprim und Bioda nicht auf ihrer Insel dulden.
Zur Schließung dieser Tierfang- und Exportstationen gibt es mehrere Strategien.
Die eine ist, sich an die Regierung von Mauritius zu wenden, die die Lizenzen an die Primatenzentren vergibt. Ziel ist hier, dass die Primaten"farmen" keine Lizenz mehr zum Betreiben ihrer Unternehmen erhalten und schließlich schließen müssen. Um diese Forderung zu unterstreichen, wird es zu Anfang der Kampagne Proteste gegen eine der Haupteinnahmequellen von Mauritius geben: dem Tourismus.
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes [6] hängt die mauritianische Wirtschaft zum überwiegenden Teil von Außenhandel (hierbei v.a. Zucker, Textilien, Melasse, Tee, Fisch), Tourismus und Finanzdienstleistungen ab. Die Primatenzentren sind zum Teil mit diesen Industrien verwoben (s. Bericht zum Primatenhandel in Tierbefreiung September 2005). Touristen werden aufgerufen werden, keine Reisen mehr nach Mauritius zu buchen, Reiseveranstalter werden aufgefordert werden, keine Reisen mehr nach Mauritius anzubieten, so lange die Regierung dort die Gefangennahme von Affen auf Mauritius und ihre Entführung als "Handelsware" gestattet.
Als zweitgrößter Touristikkonzern Europas ist Thomas Cook, der Pauschalreisen nach Mauritius anbietet, zum ersten globalen Adressaten der Kampagne gewählt. Bitte protestiert in einer für euch sinnvoll erscheinenden Form gegen Thomas Cook.
Ein eventueller Aufruf zum Boykott aller Waren und Dienstleistungen aus Mauritius wird vom Verlauf der Kampagne abhängen.
Eine weitere Strategie ist, gegen diejenigen Fluglinien zu protestieren, die immer noch Primaten von Mauritius nach Europa fliegen. Nachdem Air Mauritius in diesem Jahr nach Protesten der Gateway to Hell Kampagne aus dem Geschäft mit Primaten ausgestiegen ist, bleibt nur noch die Fluggesellschaft Air France. Air France ist eine der arrogantesten und rücksichtslosesten Fluglinien gegenüber Tieren und den Protesten von TierrechtlerInnen. Immer wieder stand Air France in der Vergangenheit in der Kritik von Tierschutzverbänden und Tierrechtsgruppen weltweit. Während andere Fluglinien sich nicht mehr am verbrecherischen Geschäft mit dem Transport von Primaten beteiligen, ist Air France ihr Profit wichtiger. Die Kampagne wird sich vorbehalten, die Proteste auf Air France auszuweiten. Das DPZ schreibt zu den "Transportproblemen": "Die Einfuhr von Primaten wird durch Transportbeschränkungen erschwert. Zunehmend werden nicht-menschliche Primaten aus unterschiedlichen Gründen, besonders mit dem Argument ,Stress der überführten Tiere' vom Transport durch Fluggesellschaften ausgeschlossen. (...) Es gelingt zwar hin und wieder, kleine Fluggesellschaften zu finden, die noch Primaten transportieren, in der Regel aber fehlt ihnen das nötige Know-how, den Transport der Tiere möglichst stressarm durchzuführen." [7]
Und dann sind da natürlich die Primatenzentren selbst - Bioculture, Noveprim und Bioda -, ihre Manager (und deren anderen Geschäfte) und ihre Geschäftspartner. Auch sie sind potenzielle Protestziele der Kampagne.
Wir brauchen deine Unterstützung!
Stell dir vor, du bist ein Makake auf Mauritius. Du hast Hunger und suchst auf einer Zuckerplantage nach Essen. Doch plötzlich schnappt eine Falle zu, ein riesiger Käfig, der heimtückisch auf der Plantage installiert wurde. Du rennst in Panik hin und her und suchst einen Ausgang, aber vergebens. Letztendlich stopfen dich Menschenhände in Transportboxen und du landest auf einer "Farm" auf Mauritius, in den Händen von Affenhändlern. In kleinen Transportboxen geht es schließlich zum Animal Cargo Terminal auf den Flughafen in Mauritius. Während du voller Angst im Unterdeck des Flugzeugs steckst, lachen über dir Touristen, die Urlaubserlebnisse ihrer Trauminsel Mauritius austauschen und auf dem Rückflug nach Hause sind. Aber Mauritius war dein Zuhause, es ist Deine Trauminsel - und ein Alptraum beginnt für dich. Der Stress ist unerträglich. Einige deiner Mitgefangenen überleben diese Tortur nicht.
Nach stundenlangem Flug wird in Paris auf dem Charles-de-Gaulle-Airport gelandet. Hier wirst du umgeladen auf Transporter. Dann geht es auf die Straße. Letztendlich landest du bei einem Zwischenhändler oder gleich in einem Versuchslabor: Huntingdon Life Sciences, Covance zum Beispiel oder einem Labor der unzähligen Universitätsinstitute. Dort wirst du in einen Stahlkäfig gesperrt, wieder rausgerissen, dir die Arme auf den Rücken gedrückt, du wirst angeschrien, erniedrigt, in ständige Angst versetzt. Letztendlich wird dein letzter Versuch, dich gegen diese Gewalt zu wehren dadurch verhindert, dass dein ganzer Körper in einem Bändigungsappart fixiert wird oder du in eine Plastikröhre gesteckt wirst, die dich immobilisiert. Dann beginnen noch schrecklichere Torturen, der Versuch selbst, und du fragst dich, wie du nur den Gewalttätern entkommen kannst und zurück auf deine Insel, nach Hause, nach Mauritius.
Marc Twain zitierte einmal einen mauritischen Bürger mit den folgenden Worten über Mauritius: "Man bekommt den Eindruck, dass zuerst Mauritius geschaffen wurde und dann das Paradies, und dass das Paradies nach dem Bilde Mauritius' entstanden sein muss." Es gibt nur einen Weg, die Affen dorthin nach Hause zu bringen: unsere Entschlossenheit, den Primatenhandel, dieses Verbrechen gegen die Ethik, gegen die Freiheit und die Würde von Lebewesen, zu beenden.
Bitte unterstütze die Kampagne "Allied Primate Campaigns" und helfe mit, dass das makabere Geschäft mit den Makaken von Mauritius beendet wird und die Makaken auf Mauritius leben können, anstatt in einem Labor gewaltsam zu sterben (Kontaktangaben siehe Kasten).
Deutschland nimmt unter den europäischen Ländern in der Grundlagenforschung mit Primaten eine Spitzenstellung ein (8), schreibt das DPZ. Also lasst uns hier besonders aktiv und entschlossen sein.
Anmerkungen
- [1] Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft: Tierschutzbericht der Bundesregierung 2001, S. 60f., und 2003.
- [2] Deutsches Primaten Zentrum DPZ: ///Die Notwendigkeit der Erweiterung der Primatenzucht am DPZ//, 22.06.00, S. 3.
- [3] ebenda.
- [4] siehe z.B. Duden, Herkunftswörterbuch, Bd. 7, Mannheim u.a.: Dudenverlag, S. 844.
- [5] Deutsches Primaten Zentrum DPZ: Die Notwendigkeit der Erweiterung der Primatenzucht am DPZ, 22.06.00, S. 7, Fußnote 36.
- [6] URL: http://www.auswaertiges-amt.de/
- [7] Deutsches Primaten Zentrum DPZ: Die Notwendigkeit der Erweiterung der Primatenzucht am DPZ, 22.06.00, S. 7.
- [8] ebenda S. 1
|