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Dem Pelzhandel schwimmen die Felle weg

Rückblick und Augenblick der erfolgreichen Anti-Pelz-Kampagnen der Offensive gegen die Pelzindustrie

Im August erklärten sowohl Peek&Cloppenburg Nord in Hamburg als auch Peek&Cloppenburg West in Düsseldorf, dass sie - nach Abverkauf der Restware - den Pelzhandel einstellen werden. Die Freude war groß, immerhin dauerte die Anti-Pelz Kampagne gegen P&C schon an die 4 Jahre. Doch erst Wochen später zeigte sich, welche Auswirkungen diese erfolgreich beendete Kampagne wirklich hatte...


(Fortsetzung)

Direkte Aktionen

Die jahrelangen Demonstrationen vor den Eingängen der Filialen, immer wieder spektakuläre Aktionen des zivilen Ungehorsams, Telefonblockaden und kaum problemlos durchführbare öffentliche Auftritte haben die Konzerne P&C Nord und West mit der Zeit zermürbt.

Nicht außer Acht lassen darf mal allerdings den enormen Einfluss, den Aktionen von anonymen AktivistInnen der Animal Liberation Front/Tierbefreiungsfront auf P&C hatten. Nicht zuletzt die Aktivitäten der ALF und die Feststellung von Seiten P&Cs, dass es einfach unmöglich sei, alle Besitztümer und Angestellten von P&C soweit zu schützen, dass Sachbeschädigungen und Sabotageakte verunmöglicht würden, haben mit Sicherheit viel zur Entscheidung beigetragen, der Anti-Pelz Kampagne nachzugeben. Über die Jahre hat die Anzahl von direkten Aktionen gegen P&C enorm zugenommen. Waren es in den ersten 1-2 Jahren vor allem Farbbomben und verklebte Schlösser, die dem Unternehmen Probleme bereitet haben dürften, so gab es spätestens Anfang März 2005 in Hannover einen Versuch mit einem selbstgebauten Zeitzünder in der Nacht die Sprinkleranlage bei P&C auszulösen und damit erheblichen Wasserschaden zu erzeugen. Der Versuch schlug fehlt und die Ermittlungen des Verfassungsschutzes liefen ins Leere. Monate später bekannten sich AktivistInnen der TBF zu der Aktion und schrieben:"...Obwohl der Verlauf der Maßnahme nicht zufriedenstellend war, ist die Botschaft deutlich: P&C Nord und P&C West müssen aufhören Pelze zu verkaufen. Verlassen die Unternehmen den Pfad der Tierausbeutung nicht, werden weitere Maßnahmen folgen. (...) Dass wir über die Entschlossenheit und das Fachwissen verfügen, haben wir belegt. Die Gewalt gegen Tiere muss ein Ende haben."

In mehreren Wellen wurde P&C in ganz Deutschland und Österreich immer wieder von AktivistInnen heimgesucht. Mal wurde stinkende Buttersäure in Geschäftslokale gespritzt, mal Scheiben eingeworfen. Die Kosten müssen für P&C ins Unermessliche gestiegen sein. Umso schlimmer war die Tatsache, dass im April diesen Jahres in Mainz eine Aktivistin festgenommen wurde, der eine Sachbeschädigung bei P&C vorgeworfen wurde. Der Schaden sollte sich auf rund 35.000 ? belaufen. P&C hatte im Laufe der Kampagne sichtlich dazugelernt. Nachdem in Mainz mehrmals Scheiben bei P&C eingeworfen worden waren, ließen sie das Geschäftslokal nachts von Sicherheitspersonal bewachen, welches dann die betroffene Frau beobachtet und gestellt haben soll.

Auch in Wien, Berlin, Dresden und anderen Städten wurde P&C teils rund um die Uhr bewacht, Kamerasysteme wurden installiert und Scheiben mit dicker Folie beklebt um für P&C kostenintensive Verätzungen durch Säure zu verhindern. Dennoch verzeichnete der Verein 'Die Tierbefreier e.V.', der seit Jahren die Pressearbeit für Aktionen der ALF/TBF übernommen hat, allein während der Wintersaison 2005/06 rund 20 Säureangriffe auf Scheiben bei P&C Filialen in Deutschland und Österreich. Dabei wurde vermutlich Ätzcreme, die zur Kunst-Bearbeitung von Glas verwendet wird, auf die Auslagenscheiben aufgetragen. Das Glas wurde an diesen Stellen undurchsichtig und musste ausgetauscht werden. Diese Methode wird seit Jahrzehnten auch in anderen Ländern gegen tierausbeutende Unternehmen eingesetzt.

Die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen dürften ALF-AktivistInnen ebenfalls nicht entgangen sein, deswegen verlagerten sich die Aktionen zum Teil auf Pelzlieferanten von P&C wie ESCADA oder BASLER oder auf die Infrastruktur von P&C fernab von Städten und Wachpersonal. Folgendes BekennerInnenschreiben ging Ende Mai 2006 bei verschiedenen Tierrechtsgruppen ein:"Gestern haben wir der Logistik von P&C Österreich einen herben Schlag versetzt: Wir haben in der Nacht die meisten Fenster und Glastüren im Erdgeschoss des Warenlagers in Langenzersdorf zerschmettert: Etwa zwanzig Stück. Dann haben wir eine größere Menge stinkende Buttersäure in ein Großraumbüro mit etwa zehn Computern und in die Lagerhalle mit Kleidung geworfen. Computer und Kleidung traf auch Buttersäure. Solange P&C Pelz verkauft, werden wir Wege finden, um die Kosten immer mehr in die Höhe zu treiben. Wir haben den längeren Atem. Für die Tiere: ALF"

Berichten zufolge musste in dem Warenlager die Arbeit vorübergehend eingestellt werden. Der Schaden belief sich auf mehr als 100.000 ?.

Kaum billiger dürften die Autos von P&C-Managern oder -Teilhabern gewesen sein, die von ALF-AktivistInnen des öfteren mit Abbeizer übergossen wurden. Auch das besprühte Ferienhaus des Geschäftsführers von P&C West im Schweizer Ferienort Feusisberg und der von ALF-AktivistInnen hinterlassene Brandsatz sollten für einiges an Aufregung gesorgt haben.


Die Ausweitung der Kampagne

P&C schien trotz allem hartnäckig zu bleiben und die Vermutung liegt nahe, dass das Durchhaltevermögen der Verantwortlichen zu großen Teilen eine Art Trotzhaltung war. Schon im Februar 2003 verkündete P&C per Presseerklärung, man setze auf "kritischen Dialog", wovon eigentlich die gesamte Kampagne lang nichts zu bemerken war. Und weiter, man halte sich an Gesetze, was Tier- und Artenschutz angehe und verlange dies natürlich auch von seinen Lieferanten. "Pelztiere müssen artgerecht ernährt, gepflegt und untergebracht werden. Sollten in einzelnen Zuchtbetrieben diesbezüglich Defizite bestehen, gilt es diese unverzüglich zu beseitigen." Davon, dass das eigentliche Unrecht die Zucht, die Gefangenschaft und die Ermordung der zu "Pelztieren" erklärten Individuen bedeutet, will P&C natürlich nichts wissen. Man führe ohnehin "intensive Gespräche mit dem Deutschen Pelz Institut", der Lobbyinstitution der deutschen Kürschner. Diese Feststellung weckte bei manchen TierrechtlerInnen die Vermutungen, dass P&C durch diese Zusammenarbeit mit dem DPI nicht nur Rückenstärkung für Pelzverkauf, sondern vielleicht sogar finanzielle Unterstützung bekam. Denn alle wussten, wenn P&C fällt, dann hat das Signalwirkung auf die gesamte europäische Pelzindustrie und die gegen sie ankämpfende Tierrechtsbewegung. Nach P&C wäre einfach das nächste Unternehmen an der Reihe.

Noch im Winter 2005/06 versicherte ein Wiener P&C-Manager einem Aktivisten, man werde am Pelzhandel festhalten, egal wie viel es koste. Die AktivistInnen der Offensive gegen die Pelzindustrie bereiteten sich auf eine noch lange andauernde Kampagne vor. Eine ethische Entscheidung war von Harro-Uwe Cloppenburg und Co., die selbst zum Teil als Jäger tätig sind, ohnehin nicht zu erwarten.

Cloppenburg und seine Familie sind bekannt dafür, dass sie aufgrund ihres Reichtums sehr auf Diskretion bedacht sind, da sie vor Erpressung oder Entführungen Angst haben. So ist es kaum möglich, im Internet Bilder oder ähnliche Informationen über die Cloppenburgs zu finden. Gegen Zeitungen, die dennoch Bilder veröffentlicht hatten, wurde in der Vergangenheit geklagt, sodass sie diese von ihren Websites genommen haben.

Dies machten sich einfallsreiche AktivistInnen zu Nutze, um den Druck auf das Führungsgremium von P&C zu erhöhen. Sie gelangten trotz allem an Fotos und Privatadressen des P&C-Managements und veröffentlichten diese im Internet. P&C gelang es offenbar über Jahre hinweg nicht, die Website mit den inkriminierten Inhalten vom Netz nehmen zu lassen. Bis zum Ende der Kampagne wurden auf www.puc-boykott.org (mittlerweile offline) immer mehr Informationen veröffentlicht.


- P&C-GesellschafterInnen

Damit einhergehend breiteten sich die Proteste im letzten Jahr auch auf GesellschafterInnen der beiden Unternehmen P&C West und P&C Nord aus, da diese zwar nicht direkt Einfluss auf die Geschäftspolitik hatten, aber über ihr Verwandtschaftsverhältnis dennoch befähigt waren, Druck auf die Geschäftsleitung auszuüben und ein Umdenken anzuregen. Zudem waren sie diejenigen, die von P&C direkt profitierten und damit auch von dessen Pelzhandel.

Die TeilhaberInnen von P&C waren natürlich alles andere als erfreut darüber, in die Kampagne mit Homedemos, Flugblatt-, oder Telefon-Aktionen miteinbezogen zu werden. Einzelne, wie zum Beispiel eine Teilhaberin aus Bayern, erklärte einem Repräsentanten der Offensive gegen die Pelzindustrie gegenüber, sie lehne den Pelzhandel selbst ab und werde versuchen, bei der Geschäftsführung in Hamburg ein Umdenken zu bewirken.

Vor allem im Raum Hamburg, und im letzten August sogar in Holland, gingen TierrechtlerInnen dazu über, auch bei P&C-GesellschafterInnen direkt vor den Wohnhäusern zu protestieren. Diese Ausweitung der Kampagne war ganz sicher ein weiterer guter Grund für P&C, der Anti-Pelz Kampagne nachzugeben.


- GeschäftspartnerInnen

"Die Message ist ganz einfach: Solange Peek&Cloppenburg Pelze verkauft, sind auch alle Geschäftspartner Ziel der Kampagne!" Mit dieser programmatischen Stellungnahme beginnt das Communique einer ALF-Zelle, die Anfang August 2006 den Nobelwagen des Geschäftsführers der Firma COPLAN mit Lacklösemittel, Bauschaum und Sekundenkleber ruinierte. COPLAN war als PR-Berater für P&C tätig. Hatten sich ALF-AktivistInnen vorher noch auf pelzzuliefernde Unternehmen wie ESCADA und BASLER beschränkt, schien diese Aktion eine neue Qualität von Aktionen einzuleiten, die wohl auch dem Management von P&C zu denken gab.


P&C pelzfrei!

Und nachgedacht haben sie wohl auch viel, über ihr Unternehmen, die Kampagne und die Finanzen, bis schließlich P&C West am 14. August 2006 eine Presseerklärung mit dem knappen Inhalt veröffentlichte:"Die Peek&Cloppenburg KG Düsseldorf wird für das Geschäftsjahr 2007 weder Pelze noch Bekleidung mit Pelzbesatz einkaufen. Die aktuellen Warenbestände des Jahres 2006 werden bis zum 31.12.2006 abverkauft."

P&C West hält sich mit der Stellungnahme ganz offensichtlich ein Hintertürchen für die Zeit nach dem Geschäftsjahr 2007 offen, eventuell um dann wieder Pelze im Sortiment zu führen. Die AktivistInnen der Offensive gegen die Pelzindustrie sind aber relativ zuversichtlich, bestätigen aber P&C weiterhin zu beobachten "Sobald nach diesem Datum [31.12.2006] Produkte aus Echthaarfellen auftauchen, wird die Kampagne sofort wieder aufgenommen." Und weiter:"Das Schwesterunternehmen Peek&Cloppenburg Nord mit Sitz in Hamburg konnte sich bis jetzt noch zu keiner Änderung der Geschäftspolitik durchringen, deswegen werden sich nun die Proteste der Offensive gänzlich auf P&C Nord konzentrieren" so die OGPI in einer Presseerklärung nach dem Ausstieg von P&C West.

Doch auch der Ausstieg von P&C Nord ließ nicht lange auf sich warten: Nur eine Homedemo vor dem Haus des Geschäftsführers von P&C Nord, Dirk Schröder, später, verkündete das Unternehmen P&C Nord mit Sitz in Hamburg:"Aufgrund des aktuellen Interesses der öffentlichen Meinung möchte die Unternehmensleitung der Peek&Cloppenburg KG Hamburg erneut darüber informieren, dass seit Anfang der 90er Jahre jeglicher großteiliger Pelzverkauf mit Rücksicht auf die Interessen des Tierschutzes eingestellt wurde. Die im Sortiment verbliebenen Kleinst-applikationen werden - wie bereits im Mai angekündigt - in enger Kooperation mit unseren Lieferanten bis Mitte 2007 letztmalig abverkauft sein."

Die Freude war groß, es war gelungen, innerhalb von 4 Jahren gleich zwei führende Bekleidungsunternehmen Mitteleuropas mit insgesamt mehr als 100 Niederlassungen in 8 europäischen Ländern zum Ausstieg aus dem Pelzhandel zu bewegen. Zwar ist die unzureichende Presseerklärung von P&C West Anlass, das Sortiment auch in den nächsten Jahren im Auge zu behalten, doch hat der Erfolg der P&C-Kampagne ohne Zweifel eine gute und verdiente Begründung für zahlreiche Partys von TierrechtlerInnen geliefert. Die Proteste gegen P&C waren auch der Einstieg für viele neue, zum Teil junge, AktivistInnen in die Tierrechtsbewegung und haben lokalen Gruppen Antrieb gegeben, kontinuierlich an einer Sache zu arbeiten und regelmäßige Aktionen zu organisieren.


Ein Ausstieg nach dem anderen...

Kampagnen zu führen bedeutet Arbeit, eine Menge Arbeit. Doch dass sich diese Arbeit lohnt, wurde einmal mehr klar, nachdem die OGPI und einige lokale Tierrechtsgruppen nach der P&C-Kampagne weitere pelzhandelnde Bekleidunghäuser angeschrieben hatten. Nur wenige Wochen_ nachdem P&C öffentlich erklärt hatte, aus dem Pelzhandel auszusteigen, war auch APPELRATH-CÜPPER und ihre Schwesterfirm POHLAND nach Verhandlungen mit der OGPI bereit, zumindest vorerst den Pelzhandel zu beenden. Ebenso wie P&C West, erklärte Douglas Holding, der Mutterkonzern der beiden: "Appelrath-Cüpper und Pohland werden für die Herbst/Winter-Saison 2007/2008 weder Pelze noch Bekleidung mit Pelzbesatz einkaufen...". Appelrath-Cüpper war mit seinen 14 Niederlassungen bisher bekannt für ein großes Angebot an Echtpelz-Produkten und immer schon ein heißer Anwärter für eine Anti-Pelz Kampagne.

In Österreich verkündete das Familienunternehmen TUREK (13 Niederlassungen) ebenso nach Gesprächen mit TierrechtlerInnen, den Pelzhandel vorläufig zu beenden, während SCHÖPS, einer der größten Damenausstatter Österreichs mit 123 Filialen, von sich aus den Pelzhandel beendete. Der Offensive gegen die Pelzindustrie gegenüber bestätigte eine SCHÖPS-Sprecherin:"Im Anschluss an unsere Mail vom 14.09. bestätigen wir Ihnen hiermit, dass wir auch in den Folgesaisonen keinen Echtpelz mehr in unserem Sortiment führen werden."

In Deutschland gingen die Überlegungen zu einem neuen Kampagnenziel derweil in die Endphase, man hatte sich aus verschiedenen Gründen für GALERIE KAUFHOF entschieden. KAUFHOF war bundesweit vertreten, hatte Echtpelze in nicht geringem Ausmaß im Sortiment und mit Uwe Schlick einen Ex-P&C-Manager in der Geschäftsleitung, der aufgrund seiner Vergangenheit bei P&C ohnehin schon Erfahrung mit Protesten und der ALF hatte. KAUFHOF war nicht bereit, auf Anfragen zum Pelzverkauf zu reagieren und zeigte keine Anzeichen, das in nächster Zeit ändern zu wollen. Doch nachdem ein Sprecher der OGPI am 30.09.2006 bei der bundesweiten Anti-Pelz Demo 'Köln Pelzfrei' in der Kölner Fußgängerzone vor GALERIA KAUFHOF das nächste Kampagnenziel bekannt gab, haben die Verantwortlichen von KAUFHOF ihre Meinung wohl schnell geändert. Bereits am 12.10.2006 veröffentlichte GALERIA KAUFHOF eine Presseerklärung mit dem Inhalt:

"Die Kaufhof Warenhaus AG wird ab dem Geschäftsjahr 2007 keine Pelze bzw. Bekleidung mit Echtpelz-Applikationen und -Besatz bei ihren Lieferanten ordern. Die aktuellen Warenbestände werden saisonbedingt abverkauft.

Kaufhof bekennt sich ausdrücklich zum Grundsatz der "Corporate Social Responsibility", den das Kölner Warenhausunternehmen durch Beteiligung an sozialen Projekten, der Sport- und Kulturförderung und durch sein Engagement für den Umweltschutz mit Leben füllt....".


KAUFHOF ist damit einer Anti-Pelz Kampagne nur ganz knapp entkommen, hat aber der Offensive gegen die Pelzindustrie den Weg zur nächsten Kampagne geebnet. Derzeit läuft die Recherche für das nächste Kampagnenziel der OGPI auf Hochtouren. Für wen sie sich entscheidet, wird demnächst auf der Kampagnen-Website www.Offensive-gegen-die-Pelzindustrie.org veröffentlicht werden.

Währenddessen waren die österreichischen AktivistInnen nicht untätig gewesen und hatten begonnen, eine P&C-Nachfolge-Kampagne vorzubereiten. Zwei Tage vor Start und vermutlich durch die Androhung einer Kampagne verunsichert, gab das Wiener Unternehmen FÜRNKRANZ ebenso bekannt, den Pelzhandel beenden zu wollen. In einer Mail an einen Tierrechtsaktivisten bestätigt Karl Bauer, seines Zeichens Geschäftsführer von FÜRNKRANZ: "...Wir haben aber intern besprochen, ab der nächsten Saison keine Echtpelze -Teile,-Stücke,- usw usw usw... zu ordern!..." Das Unternehmen ist mit seinen 4 Niederlassungen in Wien zwar relativ klein, das Angebot an Pelz im Sortiment in den letzten Jahren bei FÜRNKRANZ war allerdings enorm.


Kleider Bauer

Am 25.Oktober 2006 veröffentlichte die Offensive gegen die Pelzindustrie und andere Tierrechtsgruppen das Ziel ihrer nächsten Anti-Pelz Kampagne in Österreich: KLEIDER BAUER

Das Unternehmen verkauft in seinen 32 Filialen in ganz Österreich Pelze von Kaninchen, Nerzen, Füchsen und Waschbären, vor allem in Form von Krägen, und war bisher nie bereit, auf Anfragen zum Thema einzugehen.

Ein Aktivist der OGPI aus Österreich dazu:"Wir sind sehr zuversichtlich, was die Kampagne gegen KLEIDER BAUER angeht: Durch den Erfolg bei P&C und den ganzen anderen Firmen, die danach aufgegeben haben, allein wegen der Androhung einer Kampagne, sind wir natürlich besonders bestärkt und motiviert!"

Und das sieht man auch: Zum Start der Kampagne überreichten OGPI-Aktivisten KLEIDER BAUER eine Protestnote mit ihren Forderungen:

"...In den letzten Wochen wurde erfolglos versucht mit Ihnen in Gespräche über die Geschäftspolitik Ihrer Unternehmen zum Thema Pelz einzutreten. Dies wurde von Ihnen konsequent verweigert. Auch waren keine Zeichen eines Einlenkens von Ihrer Seite, was das Thema Pelz im Sortiment ihrer Kaufhäuser anbelangt, zu erkennen.
Daher startet die Offensive gegen die Pelzindustrie und die mit ihr assoziierten Gruppen ab sofort eine Kampagne gegen KLEIDER BAUER. Anbei liegt die heute morgen breit gestreute Presseerklärung. Wie Sie auf unserer Website erkennen können, wurden die von der Offensive ausgerufenen Kampagnen gegen Kaufhausketten in der Vergangenheit immer so lange geführt, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Vor allem in den letzten Wochen sind mehrere Unternehmen, allein aufgrund der Androhung einer Kampagne, aus dem Handel mit Echtpelz ausgestiegen.
Unsere Forderungen an die Geschäftsleitung lauten:
Ein unbefristeter Stopp des Angebots von Bekleidungsartikel, die Echthaarfellelemente enthalten, in allen von Werner Graf und Peter Graf geleiteten Unternehmen (KLEIDER BAUER, OTTO GRAF etc...). Dies gilt nicht nur für ganze Mäntel aus Pelz, sondern auch für Waren mit Pelzkrägen, Applikationen oder Innenfutter aus Tierfellen. Ausnahmen wie Kaninchenfelle oder ähnliches werden nicht akzeptiert."


In der ersten Woche der KLEIDER BAUER-Kampagne fanden in ganz Österreich bereits 12 Protestaktionen vor Filialen des größten Modeunternehmen Österreichs statt. Es wurden bereits Tausende Flugblätter verteilt und somit dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis auch KLEIDER BAUER einsieht, dass es nicht nur für die Tiere, sondern auch für sie das Beste ist, den Pelzhandel einzustellen. Die jahrelangen Proteste gegen P&C haben gezeigt, wie kreativ und vielfältig Widerstand sein kann und wie viel Zeit und Energie TierrechtsaktivistInnen in ihre Arbeit stecken, um ein Ende der Pelzindustrie zu erreichen.



Für weitere Informationen zur Pelzindustrie sowie zu laufenden und kommenden Anti-Pelz Kampagnen: www.Offensive-gegen-die-Pelzindustrie.org

Der Artikel ist im Tierrechtsmagazin "TIERBEFREIUNG 53" erschienen.
Text:Christof Höchner