Durchstarten - Gründung und Organisation einer Tierrechtsgruppe

von Alex Faßbender

Die Welt ist voller Tierrechtlerinnen und Tierrechtler. Von den meisten hören wir allerdings nie ein Wörtchen. Sie haben sich verschanzt; führen ein trostloses und anonymes Dasein in der sozialen Einsamkeit ihrer ländlichen Dörfer oder städtischen Hochhaussiedlungen. Umgeben von anscheinend ignoranten und gedankenlos vor sich hin lebenden und essenden Otto-Normal-BürgerInnen neigen sie dazu, sich mit ihrem Schicksal als Außenseiter der Gesellschaft abzufinden. Nach anfänglichem jugendlichem Aufbegehren an der familiären Mittagstafel oder beim schulischen Wandertag im Zoo, trauern sie alsbald nur noch einsam und still um die Millionen unterdrückten und dahin gemeuchelten Lebewesen. Doch dabei muss es nicht bleiben! Wer suchet, der findet. Und mit ein oder zwei Gleichgesinnten im Schlepptau kann blitzschnell durchgestartet werden. Aus den eben noch frustrierten Stubenhockern werden Energie geladene Aktivisten, die ihre Ideen von der Befreiung der Tiere auf die Straße tragen und mit ihrer Vision von einer gerechteren Welt zahllose Mitmenschen aufklären, überzeugen und mitreißen.

Kleine, selbst organisierte Gruppen sind und waren schon immer Herz und Seele der Tierrechtsbewegung. Sie sind es, die durch regelmäßige „Straßenarbeit“ und in Gesprächen mit Menschen den Grundstein zu einem neuen Mensch-Tier-Verhältnis in der Gesellschaft legen. Natürlich muss es auch große bundes- oder gar weltweit agierende Vereine und Organisationen mit zahlreichen Mitgliedern geben. Sie erreichen einen hohen Bekanntheitsgrad, sind in den Medien präsent und haben dadurch Einfluss auf politische Parteien oder andere EntscheidungsträgerInnen. Diese großen Organisationen können Themen ins Gespräch bringen, zum Beispiel indem sie Poster und Flugblätter über die Vorteile des Veganismus’ entwerfen und produzieren. Aber sie können nicht die Basisarbeit leisten, sprich diese Materialien auch unter Leute bringen. Deshalb haben einige Vereine selbst Regionalgruppen oder sie arbeiten mit kleineren, lokalen Tierrechtsgruppen zusammen.

Unserer Meinung nach kann es gar nicht genug regionale Tierrechtsgruppen geben, deshalb möchte die Tierbefreiung in dieser Ausgabe dazu ermuntern, neue Gruppen zu gründen und Tipps geben, was dabei zu beachten ist.

weiter lesen