Die Vier von Newchurch: John Smith
Hallo,
zuerst einmal möchte ich mich bei der „Unterstützergruppe für vegane Gefangene“ (VPSG) für alles bedanken und auch bei allen Menschen, die mir aufmunternde Briefe und Geld geschickt haben. Mein Gefängnis-Aufenthalt begann im letzten Jahr in dem Gefängnis HMP Birmingham mit dem Namen Winson Green. Ich würde es folgendermaßen beschreiben: kalt und dreckig. Ein Gefängnis im viktorianischen Stil, ungefähr aus dem Jahr 1850 - hier hat man wenig Gesellschaft, wenig Bewegung und man kann immer nur entweder duschen oder telefonieren, weil man sich für beides in lange Schlangen einreihen muss. Das sind die schlechten Seiten, die positiven Seiten beinhalten die Erste-Hilfe-Kurse und die Stunden im Fitnessraum.
Ich glaube, das Küchenpersonal hat sich wirklich bemüht, und mir wurde sogar erlaubt, vegane Lebensmittelpakete von der VPSG zu bekommen, in denen sogar ein paar Süßigkeiten und Erbsenprotein waren. Tja, das war in Birmingham.
Dass ich nach Nottingham überwiesen wurde, war eine große Erleichterung. Das war im März. Die Unterschiede sind unglaublich, saubere Zellen, hell und luftig, ein Besucherraum, indem man seinen Gesprächspartner sogar verstehen kann. Jeden Abend können sich die Gefangenen für zwei Stunden untereinander Gesellschaft leisten, man darf viele Telefonate führen und oft duschen, sogar eine Partie Snooker ist manchmal drin.
Das Essen ist sehr gut und mir wurde wieder erlaubt, vegane Verpflegungspäckchen zu erhalten, so dass ich ständig, irgendwelche kleinen Snacks futtere. Jeden zweiten Tag gibt es Salate, und zwar gute. Die Samen, Nüsse und Trockenfrüchte, die ich von der VPSG geschickt bekommen hatte, bestätigen meine Ansicht darüber, dass Veganer es hier wirklich gut getroffen haben. Die Wärter sind ganz darauf aus, uns Fürsorge zukommen zu lassen und der Küchenchef hat jegliche Erwartungen übertroffen. Der Fitnessraum ist modern und gut ausgestattet. Man hat täglich Zugang dazu.
Die anderen Insassen während der letzten 7 1/2 Monate waren absolut 100 Prozent hinter uns gestanden. Natürlich machen sie Späße über uns, denn wir sind schließlich etwas anders, aber man begegnet uns nicht mit Feindseligkeit, sondern das Gegenteil ist der Fall, jeder möchte mit uns befreundet sein. Das ist sicherlich etwas, dass die Tageszeitung „Daily Mail“ mit Entsetzen aufnehmen würde.
Was sind die schlechten Seiten in diesem Gefängnis? Nun ja, es IST ein Gefängnis, wir sind nicht zum Spaß hier. Dazu kommt, dass man von denen getrennt ist, die einem nahe stehen. Ganz besonders fehlt mir meine Partnerin, die in all der Zeit wie ein Fels in der Brandung für mich da war, selbst als Polizisten während der Besuche dabei waren und so viel genervt haben, wie sie nur konnten. Meine Partnerin hat sich während dieser harten Zeit unglaublich toll verhalten und trägt auch weiterhin dazu bei, mir die Zeit im Gefängnis so leicht wie möglich zu machen. Noch einmal vielen Dank euch allen für eure Unterstützung, ich habe gerade Feigen, Datteln und eine Tasse Kaffee vor mir und werde mir jetzt den Film Brave Heart anschauen.
Für die Tiere!
John