Die Vier von Newchurch: Kerry Whiteburn
Nach der Verhandlung beim Königlichen Gericht in Nottingham kam ich anschließend am 6. März 2006 ins Gefängnis Nottingham. Da ich dort schon zwei kurze, aber recht unangenehme Aufenthalte im Jahr 2004 hatte, war ich einigermaßen besorgt. Doch schon in den ersten zwei Stunden ahnte ich, dass sich einiges verändert hatte. Es gibt einen ganz neuen Einführungstrakt, wo wir nach der Aufnahme-Prozedur hingebracht wurden.
Obwohl wir schon sechs Monate im Birminghamer Gefängnis gesessen hatten, wurden wir wie Neuankömmlinge behandelt. In Einzelinterviews wurden wir gefragt, ob wir irgendwelche Bedenken oder Sorgen hätten. Wir wurden sofort gefragt, was wir während der Zeit hier machen wollten Arbeit, Bildung oder beides. Das war ein deutliches Zeichen, dass wir nicht wie in Birmingham in eine Zelle gesteckt und vergessen werden würden. Ich muss sagen, dass das bis heute so geblieben ist. Für jemanden wie mich, der ziemlich schüchtern gegenüber Fremden ist und sich im Gefängnis bisher immer unwohl gefühlt hat, ist das ein ziemlicher Komfort. Die faire Behandlung hat mir geholfen, meine Besorgnis zu lindern, insbesondere die Tatsache, dass ich meine wunderschöne Seelenfreundin Jo so fürchterlich vermisse und dass mich eine schwere Strafe erwartet. Aber wir wurden hier wirklich vorurteilsfrei und mit Würde behandelt.
Nach einer Woche wurden wir in einen recht modernen Hauptflügel verlegt: zweckmäßige Fenster auf einer Höhe, so dass man auch raus schauen kann, keine einschüchternden Mauern, und relativ hell und sauber.
Unsere veganen Bedürfnisse waren hier nie ein Thema. Das Essen ist das beste, das ich je in einem Gefängnis bekommen habe. Es ist lecker, ausgewogen, reichlich und wir bekommen jeden Tag Salat und so viele Früchte, wie wir wollen. Zusätzlich bekommen wir jede Woche eine große vegane Kiste mit 15 Litern Sojamilch, sieben Packungen Chips, vier veganen Jogurts, einem Glas Erdnussbutter, veganen Keksen und jede Menge Früchte und Nüsse.
Bevor ich Schluss mache, möchte ich allen danken, die mich bisher unterstützt haben. Ihr seid alle ganz toll. Entschuldigung an alle, denen ich zuletzt nicht geantwortet habe. Manchmal habe ich mich einfach nicht so in Schreiblaune gefühlt. Ich hoffe, ihr versteht das. Zum Schluss möchte ich euch alle bitten, Jo so viel Unterstützung wie möglich zukommen zu lassen. Sie ist die Liebe meines Lebens, bitte helft ihr durch diese Zeit. Danke!
Euch allen die besten Wünsche,
Kerry XXX