Erfurt: Demo gegen die Messe "Reiten - Jagen - Fischen"
Am 15. März fanden sich zwischen 130 und 180 AntispeziesistInnen und TierrechtlerInnen in Erfurt ein, um gegen die Messe „Reiten Jagen - Fischen“ zu demonstrieren.
Diese Demonstration hatte schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt, da die autonomen Nationalisten zur Teilnahme an die Demonstration aufgerufen hatten. Und das, obwohl in dem Aufruf stand, dass UL sowie Nazis auf der Demo nicht geduldet werden.
Auch die Route, die die Anmelder nehmen wollten, wurde aufgrund einer NPD-Veranstaltung nicht gestattet. So musste die Demo eine Alternativroute laufen.
Als die Demo anfing, wurde gleich klar, dass es sich nicht um irgendwelche Tierschützer handelte. Durch Transparente mit Aufschriften „Sabotage, Heilmittel gegen Jagdfieber“ oder „Tierbefreiung statt Rechte für Tiere“ wurde die Stadt Erfurt informiert, dass man sich mit Sabotagen und Tierbefreiung solidarisiert und die Einstellung der DemonstrantInnen emanzipatorisch ist, was sich nicht auf Tierrechte beschränkt, sondern antifaschistisch und antikapitalistisch ist.
Die Demo wurde von einen Lautiwagen begleitet, der mit HipHop und Punk der Demo den gewissen Kick gab. Auch ein Liedermacher wusste mit Tierrechts- und Anarcho-Songs die DemoteilnehmerInnen zu begeistern.
Auf dem Weg zum Messegelände kam die Demo an einem Pelz- und Lederwarenladen vorbei, wo sogleich Sprüche wie „Tiere haben Rechte, Pelz ist Mord“ und „Ob Leder oder Pelz, Mord bleibt Mord!“ gerufen wurden. Danach informierte eine Rednerin über die Kampagne der Offensive gegen die Pelzindustrie gegen die Kaufhauskette Escada.
Da die Demonstration an eine Baustelle vorbeiführte, entstand ein Stau, so dass den Autofahrern fleißig Flyer zugesteckt werden konnten. Deutlich erkennbare Jägerautos, die von der Mordmesse kamen, wurden so ebenfalls mit kraftvollen Demosprüchen bedacht.
Auf dem Messegelände angekommen, wurde von 2 Leuten der BerTA (Berliner TierrechtsAktion) ein Dialog vorgetragen, in dem sich ein Jäger sowie ein Jagdgegner mit Argumenten zu überzeugen versuchten, was über den Lautiwagen auch die TeilnehmerInnen der Demo sowie der Messe mitbekamen, wobei sich der Jäger um Kopf und Kragen redete.
Danach gab es noch einen Redebeitrag über die Fischerei und wie die Fischerei mit dem Jagen in Verbindung gebracht werden konnte.
Dann gab es doch einen Jäger, der die Demo von der Notwendigkeit der Wildschweinjagd überzeugen wollte.
Mit Argumenten, dass die Jäger durch den Abschuss der Leitbache die Horde durcheinander bringe und damit die Vermehrung der Wildschweine direkt fördern und das Jäger gegen die Wiederansiedlung von natürlichen Beutegreifern ankämpfen, konnten ihn nicht umstimmen, ein Jagdgegner zu werden. Er merkte aber, dass er es mit Leuten zu tun hat, die den Begriff Ökologie genau definieren können und dass das mörderische Treiben der Jäger rein gar nichts mit Ökologie zu tun hat.
Als die Demo beendet wurde, entschlossen sich ein Teil der DemoteilnehmerInnen in der Innenstadt eine Spontandemo durchzuführen, da eine Woche zuvor in Erfurt ein Punk von Nazis so schwer verletzt wurde, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
So war diese zweite Demo wieder mal ein Beweis dafür, dass für AntispeziesistInnen Menschenrecht und Tierbefreiung zusammengehören und nicht getrennt betrachtet werden dürfen.
Im besetzten Haus „Topf und Söhne“ wurden am Abend interessierten Leuten der neue Pelztierfilm von den Tierfreunden sowie die Jagdsatiere “Hallali oder ein Schuss ins Brötchen“ gezeigt. Am Abend gab ein Solikonzert mit zwei HipHopActs und zwei Grindcorebands.
Auch dieses Konzert wurde ein voller Erfolg, da nicht nur die Ausgaben für die Demo wieder ausgeglichen wurden, sondern der Roten Hilfe noch 80 Euro gespendet werden konnten.
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