9. antispeziesistische Norddemo
Münster, Prinzipalmarkt. Vor dem geschloßenen Escada-Shop liegen etwa 350 Menschen, PassantInnen spenden spontan Beifall, fotografieren die Demoteil nehmerInnen. Der „Die-In“, eine symbolische Aktion für die Ermordung von über 50 Millionen „Pelz“tiere, beeindruckte nachhaltig.“ „Die haben ja nicht unrecht“, äußert sich ein Münsteraner Bürger im vorbeigehen „Die von ESCADA sollten sich schämen, dass sie weiterhin noch Pelz verkaufen!“ fügt eine Passantin hinzu, während die „toten“ DemonstrantInnen vor dem ESCADA-Shop liegen. Die Münsteraner Bevölkerung zeigte sich von der 9. Antispeziesistischen Nord-Demo stark beeindruckt.
Etwa 400 Menschen folgten am 14. Juni dem Aufruf zur 9. Nord-Demo, die zum ersten Mal in Münster stattfand. Bereits seit drei Jahren finden in unregelmäßigen Abständen in verschiedenen Städten Norddeutschlands die „Nord-Demos“ statt. Ziel der ist es, eine allgemeine Kritik an der Ausbeutung und Verwertung tierlicher Individuen auf die Straße zu tragen. „Unsere Kritik richtet sich gegen den Speziesismus, d.h. die alltägliche Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren. Ob als Lebensmittel auf unseren Tellern, als Versuchsobjekte in wissenschaftlicher Forschung, als Freiwild in Wald und Flur, zur Belustigung im Zirkus und im Zoo oder eben als Pelz und Leder an unserer Kleidung, Tieren werden in dieser Gesellschaft systematisch die Subjektivität, die Leidensfähigkeit und grundsätzliche Bedürfnisse und Interessen abgesprochen,“ hieß es in einem Redebeitrag.
Aus strategischen Gründen wurden in Münster die Themen „Pelz“ und Tierversuche in den Vordergrund gestellt. Wie zuletzt in Hamburg, (Demobericht siehe TIERBEFREIUNG 58) verstand sich auch die 9. Norddemo als Unterstützungsaktion der globalen Kampagne gegen den Pelzhandel bei Escada bzw. deren Tochterunternehmen wie z. B. die in Münster ansässige Primera AG, einer Tochter des ESCADA AG.
Nicht vergessen sind die Bilder aus dem Münsteraner Versuchslabors des Tierversuchsgiganten COVANCE. „Wir kämpfen weiterhin für ihre Befreiung, wir haben die Bilder eingesperrter oder ermordeter Affen nicht vergessen, die eine Zeit lang die Tagespresse bestimmten. Die 9. Norddemo richtete sich aus diesem Grund nicht nur gegen ESCADA, sondern ebenfalls gegen das Unternehmen COVANCE, das endlich geschlossen werden muss!“
Begleitet von einem unverhältnissmäßig großem Polizeiaufgebot setzte sich die Demo durch die Münsteraner Innenstadt in Bewegung. „Sie haben gelebt, geatmet so wie wir Pelz ist ein Stück ermordetes Tier!“, „Tierversuche gehören abgeschafft!“ und „Tiere wollen leben Pelz ist Mord“ skandierten die AktivistInnen lautstark. Zudem wurde auf Transparenten und und mit Parolen wie „Wir sind nicht alle es fehlen die Gefangenen“, auf die in U-Haft sitzenden TierbefreierInnen in Österreich aufmerksam gemacht.
Zwischenstopps mit Redebeiträgen gab es vor BiBA und Laurèl, beides Tochtergeschäfte der ESCADA AG. Vor dem „Die-In“ bei der Escada-Filiale wurde auf die alltägliche Gewalt gegen Tiere aufmerksam gemacht: „Diese Aktion soll die Opfer der Tötungsmaschinerie ins Gedächtnis zurückrufen. Das Leiden von Tieren zum Wohlergehen von Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen“. Der Shop war in dieser Zeit geschloßen. Die Shop-Inhaberin Marion Schwulst hatte, wenig überraschend, kein Verständnis: „Für den Pelz werden keine artgeschützten Tiere verarbeitet, sondern nur Zuchttiere.“ Bei Protest auf dieser Ebene müsse man „beim Lederschuh anfangen und bei McDonald‘s aufhören“. Glückwunsch, der Zusammenhang wurde erkannt. Nun gilt es konsequenzen zu ziehen, Frau Schwulst. Ansonsten könnte die Ankündigung „Wir kommen wieder“ schnell wahr werden.
Die Demo endete mit Live-Musik des Münsteraner Rappers Aslan und veganen Brötchen, deren Erlös den Betroffenen in Österreich zu Gute kommt.
Link: www.norddemo.tk
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