Aufgedeckt!
Das Tierrechts-Recherche-Team (TRT)
enthüllt versteckte Tierausbeutung
Verdeckte Recherchen sind ein wichtiger Teil der Tierrechtsarbeit. Damit können wir der Öffentlichkeit die aktuelle Grausamkeit, unter denen sogenannte Haus- und Nutztiere leiden, vor Augen führen. Zudem möchten wir anderen Aktivisten einen Leitfaden zur Hand geben, wie man bei der Dokumentation von Tierleid vorgehen sollte.

Wir, das „Tierrechts-Recherche-Team Vegan Heute“, schrieben den Betreiber des Onlineshops „Vegan Total“ anonym an. Unsere Intention war es, ihn zu bitten, eine Internetseite zu erstellen, auf der Foto- und Videomaterial von unseren Recherchearbeiten in Tierfabriken an die Öffentlichkeit (Internet, TV und Printmedien) gebracht werden können. Darüber hinaus sollen sämtliche investigativen Inhalte von „Vegan-Heute“ für nicht-kommerzielle Informationsstände, Demonstrationen oder Internetauftritte, die sich eindeutig gegen Tierausbeutung richten, genutzt werden können.
Die Richtlinien und Grundsätze unseres Recherche-Teams
- Alle Aktionen verlaufen gewaltfrei und ohne Zerstörung von fremdem Eigentum. Zudem darf kein Lebewesen mutwillig zu Schaden kommen.
- Die Aufklärungsarbeit dient der Befreiung von menschlichen und nichtmenschlichen Tieren, der Abschaffung von jeglicher Diskriminierung aufgrund irrelevanter Unterschiede (Spezies, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, sexuellen Neigungen, Alter, Vermögen, usw.) und dem Schutz der Natur.
- Durch die Recherche wird kein finanzieller Gewinn erzielt. Wir lassen uns von unserer Überzeugung leiten, dass nichtmenschliche Tiere mit einem Zentralnervensystem leidensfähige Lebewesen sind, die vor allem das elementare Grundrecht haben sollten, vor der Willkür der Menschen, insbesondere Ausbeutung und Mord, geschützt zu werden.
- Der „Kategorische Imperativ“ dient aufgrund der Einfachheit als Leitfaden für ethisches Handeln: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (Kant). Wir verhalten uns nach unseren Möglichkeiten jederzeit selbst so, dass wir die Tierrechte soweit wie möglich fördern und dem Ziel der Abschaffung der Tierausbeutung (Abolitionismus) möglichst nicht entgegenwirken.
- Menschen sind Tiere, genauer gesagt Säugetiere, die Zur Gattung der Primaten gehören, deswegen sprechen und schreiben wir logischerweise nicht von „Menschen und Tieren“, sondern von „Menschen und anderen Tieren“.
- Unsere Grundsätze schließen Sexismus aus, trotzdem machen wir keine sprachlichen Verkomplizierungen durch z.B. das den Rechtschreibregeln widersprechende Binnen-I und schreiben bspw. nicht in jedem Satz „TierrechtlerInnen“. Keiner wird dadurch diskriminiert, denn wenn wir geschlechtsneutrale Substantive wie z.B. „Tierrechtler“ oder „Aktivisten“ benutzen, dann meinen wir in der Regel sowohl die männliche als auch die weibliche Form. Falls wir ausschließlich nur ein Geschlecht meinen, dann betonen wir dies und sagen oder schreiben z.B. explizit „viele Tierrechtlerinnen“ oder „ein männlicher Aktivist“.
- Es versteht sich für uns von selbst, dass die recherchierten investigativen Inhalte nicht für missbräuchliche oder verharmlosende Zwecke (z.B. für „artgerechte“ Tierhaltung, für Bio-Fleisch, etc.) genutzt werden dürfen.

Wie bereiten wir uns auf eine Recherche vor?
Zunächst werden interessante Anlagen ausfindig gemacht. Es bietet sich an, sog. Tierfabriken in der Nähe aufzusuchen. Eine wertvolle Hilfe zum Auffinden von solchen Anlagen können Satellitenaufnahmen sein. Viele Betriebe sind hier leicht anhand von Güllebecken, Silos oder Hallen zu erkennen.
Sinnvoll ist es auch, im Internet nach Adressen zu suchen. Dort sind oft Betriebe oder Schlachthöfe verzeichnet.
Als nächstes sollte man sich vor Sonnenuntergang einen groben Überblick über die dortigen Gegebenheiten verschaffen. Es ist beispielsweise darauf zu achten, wo sich Eingänge befinden, ob Hunde das Gelände überwachen oder Kameras und Bewegungsmelder installiert sind. Zudem ist es hilfreich, Notizen und eventuell Fotos anzufertigen!
Außerdem sollte ein Team aus mindestens drei bis fünf vertrauenswürdigen Personen zusammengestellt werden.
Zum Equipment unseres Teams gehören zwei Walkie-Talkies und Mobiltelefone mit Vibrationsalarm, Tarnkleidung (ohne helle Aufschriften), wetterfeste bzw. alte Schuhe, Regenkleidung, Handschuhe, aktuelle Tageszeitung, Einweghandschuhe, Hygieneschutzanzüge, Stülpstiefel, Mundschutz/Atemmaske, Hüfttasche oder Rucksack für Utensilien, Stirnlampe, Taschenlampe, Desinfektionsspray, Erste-Hilfe-Box, Panzerband, Taschentücher, Fotoapparat, Videokamera mit hellem Licht, Restlichtverstärker und Infrarotkamera.
Unsere bewährte Vorgehensweise
Das „Undercover-Team“ muss ausgeschlafen sein und für das körperliche Wohlbefinden gesorgt haben. Bei Dunkelheit brechen die Ermittler auf. Bei Schneefall und Vollmond besteht die Gefahr, erkannt zu werden oder sogar Jägern zum Opfer zu fallen. Daher sind diese Nächte für Recherchen ungeeignet. Am Ziel angekommen, wird das Auto auf einem unauffälligen Platz geparkt. Den Rest des Weges sollte man leise zu Fuß bewältigen. Damit das Team nicht von einer unerwünschten Person überrascht wird, ist es von Nutzen, dass mindestens eine Person, einen sicheren Wachposten im Außenbereich aufsucht und Funkkontakt zum Team hält. Die jeweiligen Personengruppen sollten immer zusammenbleiben und Blickkontakt halten. Durch das Walkie-Talkie werden immer wechselseitig Signale durchgegeben, um sich vergewissern zu können, dass keine Gefahr droht.
Die Namen der Beteiligten dürfen nicht genannt werden. Der erste Buchstabe des Namens ist ausreichend. Die Personen, die keine Foto- oder Videoaufnahmen machen, können die anderen unterstützen, indem sie die Tiere von dem Objektiv fernhalten oder nach speziellen Missständen suchen. Es empfiehlt sich, beim Filmen, zuerst das aktuelle Datum einer Tageszeitung aufzunehmen, um später beweisen zu können, dass die Aufnahmen aktuell sind. Außerdem sollte die Kamera während der ganzen Recherche durchgehend filmen, damit dem Rechercheteam später nicht vorgeworfen werden kann, dass die Bilder manipuliert worden sind, bzw. es sich um mehrere verschiedene Betriebe handelt.
Eine Aktion wird meistens bis maximal 4 Uhr nachts durchgeführt, da in einigen Betrieben dann schon die ersten Arbeiten beginnen. Damit die Betreiber einer Anlage keinen Verdacht schöpfen, dürfen keine Spuren hinterlassen werden. Wegen der vielen Krankheitserreger sollte, trotz Müdigkeit, unbedingt vor dem Zubettgehen noch geduscht werden. Die verwendete Kleidung sollte am Besten sofort in Müllsäcke gepackt und bei der nächsten Möglichkeit heiß gewaschen werden.
Am nächsten Tag findet eine Auswertung der Bilder statt. Hier werden Notizen, wie z.B. Datum, Name der Betriebe und weitere Besonderheiten angefertigt. Die Informationen müssen aus Gründen staatlicher Repression sicher aufbewahrt werden.

Schlussbemerkung
Verdeckte Ermittlungen zur Dokumentation von Tierleid sind wichtige Werkzeuge im Kampf gegen Speziesismus. Des Weiteren sind Recherchearbeiten aufgrund der psychischen Belastung eine der schwierigsten Tätigkeiten, die ein Tierrechtler ausüben kann und wir denken, diese Arbeit verdient daher neben größerer medialer Aufmerksamkeit auch gesellschaftliche Anerkennung.
Es wäre wünschenswert, wenn weitere Personen nach dem Lesen des Artikels in direkte Aktion treten würden und somit die Welt zu einem besseren Ort umgestalten. Die Gesellschaft muss erkennen, dass es sich bei den Dokumentationen nicht um geschickt manipulierte Bildsequenzen handelt, die eine angebliche Tierquälerei suggerieren, sondern dass verdeckte Ermittler das alltägliche Verbrechen gegen mitfühlende Lebewesen publik machen.
Es empfiehlt sich außerdem, mediale Aufmerksamkeit zu suchen. Sie beschert den Tierrechtlern wachsenden Zulauf an Sympathisanten und Nachahmern, die die Idee des Veganismus verbreiten.
Das Engagement der Tierrechtler dient der Vision eines besseren Zusammenlebens ohne Unterdrückung und Ausbeutung. In einer Gesellschaft ohne Krieg, Gewalt, Diskriminierung und Armut dürfen keine Tiere gequält, eingesperrt und getötet werden. Jedes Lebewesen muss sich individuell entfalten dürfen. Der Weg zu dieser realisierbaren „Utopie“ wird durch die Arbeit tatkräftiger Tierrechtler geebnet.
Auch wenn die Verbrechen an Lebewesen weltweit geduldet werden, sind sie noch lange nicht moralisch vertretbar!
Link: www.vegan-heute.de
Esperanza vom Tierrechts-Recherche-Team Vegan Heute
Alle Fotos © Sascha Alexander / www.vegan-heute.de