|
11.06.09
Erneut Hausdurchsuchungen in Wien
Knapp mehr als ein Jahr nach den Durchsuchungen von 23 Wohnungen und Büros sowie der Verhaftung und über 3 1/2 Monate währenden Untersuchungshaft von 10 Tierrechts- bzw Tierschutzaktivist_innen scheint es, als ob die Repression kein Ende habe. Obwohl die eigens eingerichtete Sonderkommision bereits ihre "Abschlussberichte" zu etwa 40 Personen verfasst hat, die verdächtigt werden, einer kriminellen Organisation nach §278a Strafgesetzbuch anzugehören, hat die Polizei am Mittwoch, den 10. Juni erneut drei Hausdurchsuchungen durchgeführt. Wohl nicht ganz so wie geplant...
Von den Hausdurchsuchungen betroffen war eine der 10 Personen, die letzten Sommer in U-Haft waren, seine Wohnung wurde bereits damals besucht. Diese erneute Durchsuchung kann nur als erneuter Versuch gewertet werden die Tierrechtsszene einzuschüchtern und als weiterer Beweis für die komplette Absurdität der Ermittlungen. Der Aktivist war an keiner der drei durchsuchten Adressen anwesend, aber viele andere Aktivist_innen kamen zu seiner Adresse in Wien, um ihre Solidarität zu bekunden und um der Polizei zu zeigen, dass ihr Handeln nicht unbeachtet bleibt. Etwa 15 Aktivist_innen kamen früh genug, um die Polizei am Betreten des Gebäudes zu hindern. Sie hatten Transparente wie etwa "Gegen Käfige und Knäste - für die Befreiung von Mensch und Tier" oder "§278 abschaffen - für die Einstellung aller Verfahren". Die Polizei forderte Verstärkung an und Einsatzkommandos rückten an, um die Blockade zu beenden. Zuerst wurde den Aktivist_innen das Transparent entrissen, danach wurden sie einzeln aus dem Haus gezerrt. Alle bis auf eine Aktivistin, die sich weigerte ihre Personalien bekannt zu geben, wurden nach einer Personenkontrolle gehen gelassen. Den in Summe etwa 40-50 Aktivist_innen gelang es, das Polizeiauto, in dem die Festgenommene weggebracht werden sollte, mit einer Sitzblockade am Abtransport der Gefangenen zu hindern. Die Demonstrant_innen skandierten Parolen wie "Wir sind alle 278a" und "1, 2, 3, lasst sie frei". Nach erst etwa 40 Minuten konnte die Festgenommene weggebracht werden, indem sie in ein anderes Auto gebracht wurde, das von Einsatzeinheiten und Polizeihunden abgeschirmt wurde. Währenddessen stieß ein Beamter einen Demonstranten zu Boden, wodurch dieser leicht verletzt wurde. Danach weigerte sich der Beamte seine Dienstnummer bekannt zu geben, was die Aktivist_innen lautstark einforderten. Dank der Anwesenheit von Mainstream Medien war es den Polizist_innen nicht möglich, auf seiner Weigerung zu beharren.
Währenddessen wurde die Hausdurchsuchung durchgeführt und wenig später die verhaftete Aktivistin wieder frei gelassen. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass diese Episode für die Tierrechtsszene das Ende der fortgesetzten Repression durch Polizei und Justiz bedeuten würde. Gerüchten aus den Medien zufolge wird die Anklage im Justizministerium geprüft, worin sie besteht bleibt allerdings rätselhaft. Sicher ist nur, egal in welcher Form die Repression weiter geht, die Solidaritätsbewegung wird sich nicht einschüchtern lassen!
Weitere Infos und Bilder unter: antirep2008.lnxnt.org
|
|
|