Termine
Vorträge, Workshops und Buchvorstellungen im Herbst 2011
Vortragstour: Unity Of Oppression und Intersektionalität*
Referent: Andre Gamerschlag
Thema: Analyse von Verbindungen zwischen Speziesismus und menschenbezogenen Benachteiligungsformen*
Basierend auf einem Beitrag zum Sammelband „Human-Animal Studies“
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Sa. 22.10. Heidelberg
So. 23.10. Stuttgart
Mo. 24.10. Freiburg
Di. 25.10. Tübingen
Mi. 26.10. Ulm
Do. 27.10. München
Fr. 28.10. Innsbruck
Mi. 16.11. Dresden*
Do. 17.11. Halle
Fr. 18.11. Magdeburg*
8.-11.12. Wien, Tierrechtskongress 2011
* abweichende Themen:
Dresden: Theorien der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung
Magdeburg: Entstehung der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung in Deutschland
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In den frühen 1990ern hielten in der radikalen Linken, durch den Feminismus angestoßene, Überlegungen über die Mehrfachunterdrückung (durch Sexismus, Rassismus und Kapitalismus) Einzug, die Mitte der 1990er durch die Tierrechtsbewegung um die Kategorie “Spezies” bzw. “Nicht-Mensch” im Unity-of-Oppression-Konzept erweitert wurden. Während dieser Ansatz in den letzten 10 Jahren an Gewicht verloren hat, boomt inzwischen eine ähnlich gelagerte Diskussion in wissenschaftlichen Kreisen, die Parallelen zur Unity-of-Oppression-These der Tierrechtsbewegung aufweist, die Intersektionalität. Dabei geht es um die Analyse von Verbindungen zwischen verschiedenen Formen der Ungleichheit, Benachteiligung etc. und deren Einbettung im Kapitalismus. In dieser Veranstaltung soll der Werdegang von Triple Oppression zur Unity of Oppression nachgezeichnet und das Modell der Intersektionalität dargestellt und in Hinblick auf seine Relevanz für die Analyse von Gesellschaftlichen Mensch-Tier-Verhältnissen ausgeleuchtet werden. Ein mögliches Thema für die anschließende Diskussion könnte etwa die Kontroverse zwischen dem sich als „emanzipatorisch“ bezeichnenden Flügel und dem sogenannten „Hauptsache-Für-Die-Tiere“ oder „Single-Issue“ Flügel der Tierrechts-/Tierbefreiungsbewegung sein. Muss die Verwobenheit von Herrschaftsformen wirklich zwingend dazu führen, dass Tierrechtspositionen und Argumentationen immer Gesellschaftskritik betreiben müssen?
Der Vortrag tangiert politische und wissenschaftliche Themen und kann in beide Richtungen diskutiert werden. Trotz der theoretischen Dichte wird er möglich einfach und verständlich dargestellt. Verständnisfragen sind jeder Zeit willkommen.
Weitere Infos unter www.gamerschlag.info
Buchvorstellung: §278a - Gemeint sind wir alle
Der Prozess gegen die Tierbefreiungs-Bewegung und seine Hintergründe
Buchvorstellung mit dem Herausgeber
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Im Oktober wird in verschiedenen Städten das Buch "§278a - Gemeint sind wir alle" von Christof Mackinger und Birgit Pack vorgestellt. Die Organisation der Vorstellungstour übernimmt die Antirep-Gruppe. Weiter Informationen zu Referent_innen, Ort und Uhrzeit sind in Kürze auf antirep278a.blogsport.de zu finden.
23.10. tba
24.10. Bonn
25.10. Bremen
26.10. Berlin
27.10. Dresden
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Exzessive Überwachung, monatelange U-Haft und offensichtlich konstruierte Vorwürfe: Wegen der "Mitgliedschaft in einer Kriminellen Organisation" standen 13 Tierrechtsaktivist_innen in einem der größten und kontroversesten Prozesse Österreichs vor Gericht.
Im Buch zum Prozess berichten Betroffene von ihren Erfahrungen, unter anderem während der U-Haft. Mit Beispielen aus den Akten und Gerichtsprotokollen werden die Arbeit der "Soko Pelztier" und der Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt dargestellt. In einem zweiten Teil zeigen Journalist_innen sowie Wissenschafter_innen die Hintergründe und den politischen Kontext der Repression gegen Kritiker_innen einer tiervernutzenden Industrie auf. Internationale Entwicklungen wie der "Green Scare" in den USA werden dabei ebenso beleuchtet, wie andere Fälle von Anwendungen von "Organisationsparagrafen" gegen politische Aktivist_innen in Österreich. Ein abschließender dokumentarischer Teil beinhaltet unter anderem Prozesserklärungen von Beschuldigten oder Solidaritäts-Statements.
Den HerausgeberInnen, selbst Betroffene im Verfahren bzw. in der aktiven Antirepressionsarbeit tätig, geht es darum auf das System hinzuweisen, mit dem Soziale Bewegungen kriminalisiert werden und wurden. Dabei dokumentieren sie sowohl ihre eigenen Erfahrungen der politischen Prozessarbeit und der Aussageverweigerung sowie den Ablauf des Verfahrens vor, stellen dies jedoch auch in einen breiteren Kontext der Relevanz aktiver Solidarität gegen eine zunehmend weltweite Kriminalisierung unbequemer politischer Bewegungen
Das Buch kann für 16,90 im tierbefreier-Shop bestellt werden.
Weitere Infos zum Buch: http://mandelbaum.at/books/806/7406
Inhaltsverzeichnis: http://antirep2008.org/?p=3795
Libertäre Tage Dresden
Im Rahmen der Libertären Tage Dresden vom 17. bis 24. September veranstaltet die tierbefreier Ortsgruppe in Dresden zwei Vorträge:
• Montag, 19.09.2011
19 Uhr im AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Str. 39, 01097 Dresden
Repression gegen politische Zusammenhänge und Aktivist_innen. Möglichkeiten der Gegenwehr im Umgang mit Polizei, Gerichten, etc. Strategien, Erfahrungen
Workshop und Diskussion mit Hanna Poddig.
Ein Interview mit Hanna über Containern, Aktivismus und ihr Buch „Radikal Mutig“ erschien in der TIERBEFREIUNG 67: Die „Quoten-Dagegen-Frau“
• Dienstag, 20.09.2011
20 Uhr im AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Str. 39, 01097 Dresden
Perspektiven der Human-Animal Studies und Vorstellung des Chimaira AK
Vortrag und Diskussion mit Markus / Referent des Chimaira AK
Die akademische Welt ist ein zentraler Ort der Produktion von gesellschaftlichem Wissen und eine Arena der Auseinandersetzungen darüber, was als legitimes Wissen anerkannt wird. Unter anderem deshalb sind aus verschiedenen sozialen Bewegungen mehr oder minder kritische Forschungsprogramme hervorgegangen. Etabliert im Wissenschaftssystem haben sich beispielsweise die Gender Studies. Auch für das Anliegen der gesellschaftlichen Tierbefreiung kann eine Intervention in das akademische Feld hilfreich sein. In einer kurzen Präsentation möchte ich das im deutschsprachigen Raum sehr junge Forschungsfeld der Human-Animal Studies vorstellen. Wo kommen sie her? Was sind die Potenziale dieser Disziplin? Wie ist ihr Verhältnis zur Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung, aber auch zu anderen kritischen Ansätzen?
"Chimaira Arbeitskreis für Human-Animal Studies" will dieses neue Feld mitgestalten, u.a. mit der Publikation eines im Oktober erscheinenden wissenschaftlichen Sammelbandes. Wir sind ein offenes Netzwerk von Akademiker_innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sowie Aktiven aus der Tierbefreiungsbewegung. Neben einigen Informationen zu unserer Geschichte, unseren Erfahrungen und unseren Positionen wird es im Anschluss viel Raum für Fragen, Ideen und Vernetzung geben.
Ein Interview mit dem AK Chimaira und der GSA erschien in der TIERBEFREIUNG 71: Human-Animal-Studies in Deutschland
Wien: „Keine halben Sachen, sondern ganze Tiere“
Zur Konstruktion hegemonialer Männlichkeit durch Fleischkonsum
Vortrag,Workshops und vegane Snacks organisiert die BAT
am 22. Oktober in Wien.
22. 10. 2011
• Vortrag von Julia Gutjahr (Group for Society&Animals Studies/Hamburg)
15 Uhr im Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (Veranstaltungsraum)
Essen ist trotz seiner biologischen Notwendigkeit ein zutiefst kulturelles Phänomen und kann nicht losgelöst von gesellschaftlichen Normen betrachtet werden.
Dies gilt auch für die soziale Herstellung der Geschlechterordnung. Insbesondere Fleisch, mit seinen ihm zugeschriebenen symbolischen Bedeutungen der Macht über Natur und Tiere, spielt eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion von Geschlechtsidentitäten. Denn noch immer dient Fleischkonsum innerhalb der kulinarischen Ordnung der Geschlechter als Code einer der Weiblichkeit überlegenen Männlichkeit.
Die Vortragende stellt eine Analyse von Text- und Bildmaterial der Koch- und Lifestylezeitschrift „BEEF!“ vor, deren Zielgruppe männlich ist und in der Fleisch eine zentrale Rolle einnimmt.
Folgende Aspekte werden von ihr beleuchtet: Repräsentationen von exualisierten und feminisierten Tieren sowie Frauen als Objekte männlicher Begierde, die Verbindung von Frauen/sexualisiert dargestellten Frauen und Fleisch, die Konstruktion hegemonialer Männlichkeit durch Fleisch-Konsum und Machthandlungen gegenüber Tieren sowie die Abwertung und Feminisierung von Vegetarismus.
Anschließend
• Vegane Snacks
• Workshops zu den Themen:
· Analyse von Werbematerial
· Geschlechterspezifische Aspekte der Tierausbeutung
· Strategien geschlechterspezifischer Antispeziesismusarbeit
Vegane Männlichkeit(en)
www.Basisgruppe-Tierrechte.org
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Literatur

Human-Animal Studies
ab Oktober im Handel
transcript Verlag
260 Seiten
Erhältlich unter
www.tierbefreier-shop.de
Gesellschaft und Tiere
erster Sammelband
der GSA; VS Verlag, 224 Seiten
amazon.de
Literatur

MACKINGER, Christof / PACK, Birgit (Hg.)
§278a: Gemeint sind wir alle!
Der Prozess gegen die Tierbefreiungs-Bewegung und seine Hintergründe
408 Seiten
Format 12 x 19
16.90 € ISBN: 978385476-600-1
Erscheinungstermin Juni 2011
Erhältlich unter
www.tierbefreier-shop.de
Die Herausgeber_innen:
Christof Mackinger ist Politikwissenschafter und seit 15 Jahren politischer Aktivist u.a. in der Tierbefreiungsbewegung. Er ist derzeit organisiert bei der Basisgruppe Tierrechte und bei Antirep2008. Er war Angeklagter im §278a-Prozess.In den letzten drei Jahren hat er immer wieder Artikel zum Thema veröffentlicht, u.a. in Derive-Zeitschrift für Stadtforschung, Interface-Journal for and about Social Movements und in Kulturrisse-Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik.
Birgit Pack ist Historikerin mit Forschungsschwerpunkt Nationalsozialismus und Antisemitismus, Diplomarbeit zum Thema Tierschutz und Antisemitismus. Sie ist mit Unterbrechungen seit rund 15 Jahren im Umweltschutz- und Tierrechtsbereich aktiv, derzeit im Umfeld der Basisgruppe Tierrechte und von Antirep2008.
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