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»Die „Herodesprämie“ der 90er, eine marktwirtschaftliche
Maßnahme der besonderen Art

Durch Subventionierung der Intensivtierhaltung wurden in der EU immer öfter „Milchseen“ und Fleischberge „produziert“, die nicht mehr vermarktet werden konnten. Die Kühlhäuser waren voll und es wurde versucht, die überschüssigen Produkte wie z.B. Milch auf den seltsamsten Wegen abzusetzen. Beispielsweise wurden in den 70er Jahren Bäder in Kuhmilch als besonders gesundheitsförderlich angepriesen. Dies reichte jedoch nicht aus und auch die von der Landwirtschaft und der Regierung geförderte Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) war nicht in der Lage, durch immer skurrilere Werbemaßnahmen Absatzkanäle für Tierprodukte zu schaffen. Als dann noch Krisen wie BSE dazu kamen, wurde wiederum eine neue Subvention von der EU ins Leben gerufen, die so genannte Herodesprämie. Diese Prämie wurde pro Kalb an diejenigen ausgezahlt, die neugeborene Kälber (maximales Alter drei Wochen) direkt töten ließen. Die Prämie zahlten nur einige EU Länder aus, was zusätzlich zur Folge hatte, dass nun neugeborene Kälber per LKW über lange Strecken quer durch die EU gekarrt wurden, damit sie am Zielort getötet und zu Tierkörpermehl, Dünger etc. verarbeitet wurden. Ethisch gesehen macht es keinen Unterschied, ob ein Kalb nun für ein Filet oder für einen Sack Dünger getötet wird, aber dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie Subventionen und Steuerungen das Leiden der Tiere beeinflussen und aufrechterhalten, denn es wurden ja nicht weniger Tiere geboren, es wurde aber mehr und schneller getötet. Die Prämie wurde zwar im Jahr 2000 abgeschafft, zeigt jedoch, wie in der Landwirtschaft auf Kosten der Tiere, die einzig als Warengüter angesehen werden, hin und her subventioniert wird.


Die Einzigartigkeit und Würde jedes einzelnen Tieres wirklich zu respektieren heißt, nicht länger seine grenzenlose Ausbeutung zu unterstützen.
die tierbefreier e.V. | www.die-tierbefreier.de | info@die-tierbefreier.de