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» Die Geschichten von Lisa und Luise

„Das Schweinchen Lisa stand seit seiner Geburt zusammen mit ca. 30 Artgenossinnen auf Spaltenböden in einer Box. Hunderte Tiere getrennt von ihren Müttern in einem Stall. Züchter nennen diese Haltung „Vormast“. Nachdem den jungen Ferkeln ohne Betäubung der Schwanz abgetrennt wurde, und die männlichen Tiere brutal kastriert wurden, kommen sie nach mehreren Monaten in die eigentliche Schweinemast. Von Geburt an leben die sensiblen Tiere über ihrem eigenen Kot, mit dem einzigen Ziel, an Gewicht zuzulegen. In einer gut geplanten Aktion retteten wir Lisa aus dieser erbärmlichen Situation und somit vor dem sicheren Tod im Schlachthof. Angekommen auf einem Gnadenhof erkundete sie erst vorsichtig die neue Umgebung, wälzte sich zum ersten Mal in ihrem Leben im Stroh. Nach kurzer Zeit fing Lisa an, ihr neues Leben sichtlich zu genießen, sprang hin und her und wollte mit allem spielen was herumlag. Schnell freundete sie sich mit den anderen Tieren auf dem Hof an, besonders mit dem dort lebenden Eber.
Während einer nächtlichen Recherche in einer Legebatterie wurden Luise und neun Artgenossinnen durch Zufall entdeckt. Die Hennen waren in eine Kotgrube unter den Käfigreihen gefallen, hatten weder Zugang zu Futter noch zu Wasser und keine Möglichkeit zu entkommen. Aufgrund ihrer Erschöpfung gehen wir davon aus, dass sie mehrere Tage dort unten gefangen waren.
Luise war so schwach, dass sie nicht mehr die Kraft besaß, selbstständig Körner zu picken. Deshalb wurde sie mit Aufzuchtfutter aufgepäppelt und mit Rotlicht bestrahlt.
Heute lebt Luise mit fünf weiteren Hennen in einem ländlich gelegenen Zuhause mit viel Auslauf. Sie ist sehr neugierig und zutraulich.“
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