|
» KEINE GEWALT BEIM ESSEN WARUM VEGAN LEBEN?
Bausteine für einen Mustervortrag
3. Die gängige Sicht
Diese ignorante Ausnutzung ist nur möglich, wenn das Tier von vornherein als minderwertig und nutzbar abgestempelt wurde. Dies ist die gängige Sicht auf die Tiere in unserer Gesellschaft. Der Ge- und Verbrauch von Tieren gilt als normal und selbstverständlich. Das drückt sich aus in den verbreiteten Sätzen: „Es sind ja nur Tiere.“ oder „Tiere sind doch für uns da.“
Tiere gehören nicht zur Spezies Mensch und werden deshalb von vielen Menschen auch aus der moralischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Die gängige Gleichung lautet: „Der Mensch hat aufgrund seines Menschseins unverlierbare Rechte, der Mensch hat einen unantastbaren Wert. Die Tiere sind Nichtmenschen und besitzen deshalb keinerlei Rechte, sie haben kaum einen Wert.“ Aufgrund ihrer nichtmenschlichen Spezieszugehörigkeit stehen Tiere also prinzipiell unter den Menschen. Ihre Interessen zählen gegenüber menschlichen Interessen nichts. Kurz gesagt: Allein die nichtmenschliche Spezieszugehörigkeit der Tiere begründet ihre Ausbeutung durch die Menschen; es ist die Spezieszugehörigkeit, die darüber entscheidet, ob ein Wesen lebenswert oder lebensunwert ist. Wenn man sich das auf der Zunge zergehen lässt, muss man sagen: Das ist eine willkürliche Diskriminierung. Diese Abwertung der Tiere aufgrund ihrer nichtmenschlichen Spezieszugehörigkeit liegt auf derselben Ebene wie die Abwertung von nichtweißen Menschen aufgrund ihrer nichtweißen Hautfarbe und wie die Abwertung von Frauen aufgrund ihrer nichtmännlichen Geschlechtszugehörigkeit. Es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Spezies darüber entscheidet, ob man frei und unversehrt leben darf oder nicht. Der Ge- und Verbrauch von Tieren in unserer Gesellschaft beruht auf diesem willkürlichen Trennungsstrich zwischen Menschen und Tieren. Dieser Trennungsstrich wurde konstruiert, um die Ausbeutung und Nutzung der Tiere zu rechtfertigen er hält aber weder einer biologischen noch einer moralischen noch einer herrschaftskritischen Betrachtung stand.
Lesen Sie weiter: 4. Eine neue Sicht auf die Tiere
|